Andrang am Roten Teppich: Jagd auf die Stars
VON BIRGIT KRUMMHEUER UND GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 30.11.2007 - 08:37Düsseldorf (RPO). Hunderte von Fans belagerten den Roten Teppich, um die Promis auf ihrem Weg zur Bambi-Verleihung zu bejubeln. Der „rote Rhein“ floppte erneut.
Als der silberne Wagen vorfährt, wird es unruhig am Roten Teppich. „Ist er das? Ist er das wirklich?“ Hunderte von Fans recken ihre Hälse und versuchen, durch das Meer aus Regenschirmen einen Blick auf das Auto zu erhaschen. Er ist es! Galant hilft Tom Cruise seiner Frau aus dem Auto. Und es wird noch besser: Die beiden Superstars verlassen den Roten Teppich, nähern sich den weiter hinten gelegenen Absperrungen. Die Menschen schreien. Kalte Füße, eisige Hände und völlig durchnässte Jacken sind schlagartig vergessen.
Trotz des Regens drängelten sich gestern unzählige Autogrammjäger und Neugierige vor der Stadthalle. Alles kreischende Teenager? Von wegen. Selbst ältere Herrschaften kämpften um einen guten Platz - mit dem Gläschen Sekt in der Hand.
Farida Albutaibe und Inga Lorenz stehen schon seit 17 Uhr hier. Ihre Mission: Wladimir Klitschko zu sehen. Alles andere spielt keine Rolle. Ein paar Meter weiter fließen Tränen. Die 16-jährige Sabine ist aus Duisburg angereist - für Tokio Hotel. Schlimm genug, dass die Band nicht kommt. Doch jetzt lässt der Ordner das klitschnasse Mädchen nicht bis ganz nach vorne an den Teppich. „Was soll ich denn nur tun?“, schluchzt sie verzweifelt. Zum Glück hat der stämmige Herr ein weiches Herz. Flink huscht Sabine durch die Absperrung.
Begonnen hatte die Jagd auf Stars und Sternchen schon tagsüber - vor den großen Hotels in der Stadt. Das Interconti etwa wurde von einer Schar Elfjähriger belagert. „Bambi-Auto, Bambi-Auto,“ rufen Nina und Claudine jedes Mal, wenn ein schwarzer Mercedes mit dem entsprechenden Aufdruck vorfährt. Schauspielerin Heike Makatsch, Bodybuilder Ralf Möller, Zehnkämpfer Jürgen Hingsen - die Ausbeute der Kinder lässt sich sehen.
Weniger erfolgreich verlief der Abend für alle, die dem rot erleuchteten Rhein eine zweite Chance geben wollten. Wie auch schon am Mittwoch blieb der Strom weitgehend schwarz - bis auf ein paar farbige Reflexe. Und dass, obwohl Lichtkünstler Klaus Gendrung angekündigt hatte, dass Schmuddelwetter die beste Voraussetzung für das Spektakel sei. Den Oberbürgermeister kostete es gestern Kraft, seine Wut zu verbergen: „Das wird Konsequenzen haben“, sagte er kurz angebunden. Gendrung beurteilte den Erfolg der Aktion indes gänzlich anders. Seiner Ansicht nach sei das beabsichtigte Kunstwerk gelungen.
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