Spürhunde schlugen an: Jahnstraße: Schüsse wegen Kokain?
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 21.07.2008 - 17:09Rauschgiftspürhunde haben vermutlich das Motiv für die Schießerei an der Jahnstraße gefunden, bei der am 30. Juni zwei Männer verletzt wurden: Das Opfer hatte Kokain bei sich, im Café vor dem die Schüsse fielen und im Kofferraum des jetzt verhafteten mutmaßlichen Täters schlugen die Spürhunde ebenfalls an.
Am Abend des 30. Juni waren vor dem Café As sieben Schüsse gefallen, hatten einen 35-jährigen Albaner in Oberschenkel und Knie getroffen, eine Kugel durchschlug seine Armbanduhr. Weil er Kokain bei sich hatte und keine Aufenthaltsgenehmigung besitzt, ist er inzwischen in Haft. Sein 33-jähriger Landsmann, mit dem er vom Tatort hatte flüchten wollen, ist inzwischen wieder frei. Er war bei der Auseinandersetzung auf der Jahnstraße am Kopf verletzt worden durch einen Schlag mit einer Eisenstange, wie er sagte.
Viel mehr erfuhren die Beamten nicht, stießen bei den Ermittlungen immer wieder an die „Mauer des Schweigens”, wie Udo Moll, Leiter der Mordkommission berichtet. Spezialeinsatzkommandos nahmen vergangenen Donnerstag in Lierenfeld und an der Friedrichstraße zwei Männer fest, die an jenem Abend ebenfalls im Café waren. Doch auch diesen beiden Albanern war eine Beteiligung an der Schießerei nicht nachzuweisen.
Einer von ihnen hatte allerdings ebenfalls keine Aufenthaltserlaubnis, sitzt inzwischen in Abschiebehaft. Eine Baseball-Kappe, die am Tatort gefunden wurde, wies schließlich den Weg zu Shkelqim T.. Dessen DNA war an der Mütze gesichert worden. Und ihn hatte ein Zeuge glaubwürdig als den Mann beschrieben, der auf die Anderen geschossen hatte. T., der am Wochenende in Paderborn festgenommen wurde, hat dort seit 1993 gewohnt, „wie seineKriminalakte schlüssig dokumentiert”, so Moll.
Unter anderem war der von seiner deutschen Frau getrennt lebende Albaner wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung in Haft. T. genießt in Deutschland uneingeschränktes Aufenthaltsrecht, zurzeit in der Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Versuchter Totschlag an seinen Landsleuten. Auch nach seiner Verhaftung verweigert T. jede Aussage. Von der Tatwaffe, einer Pistole, fehlt noch immer jede Spur.
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