Von Düsseldorf nach ganz Deutschland: Japanische Betriebe prägen die Stadt
VON JULIA PUZALOWSKI UND UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 21.01.2011 - 07:35Düsseldorf (RPO). Eine neue Studie der Industrie- und Handelskammer belegt, wie stark Düsseldorf von der Internationalität profitiert. Japanische Unternehmen waren die ersten, die den Markt von Düsseldorf aus systematisch eroberten. Ein Klavierbauer kam vor 27 Jahren an den Rhein – und blieb bis heute.
Als Masahiro Yasuda 1984 von Japan nach Deutschland kam, kannte er hier niemanden. Ein mutiger Schritt war das damals, aber die Liebe zur deutschen Klavierbaukunst trieb den damals 23-Jährigen an. Er machte zunächst seinen Meister im baden-württembergischen Ludwigsburg, dort war die einzige Berufsschule für dieses seltene Handwerk. Doch schon ein Jahr später verschlug ihn die Arbeitssuche nach Düsseldorf. Und hier stimmt, restauriert und vermietet Yasuda (49) noch heute Klaviere. Seit zwölf Jahren ist er mittlerweile schon in Oberkassel ansässig.
Bereits in den 50er Jahren begann die Einwanderung aus dem südostasiatischen Land. Heute leben 8187 Japaner in und um Düsseldorf. Die Landeshauptstadt hat in Deutschland die größte und in Europa nach London und Paris die drittgrößte japanische Gemeinde. Die meisten Japaner kommen hierher, um laut einer neuen Studie der Industrie- und Handelskammer für eines der 237 in Düsseldorf vertretenden japanischen Unternehmen zu arbeiten.
Die meisten im Handelsregister
Nach den Niederlanden, Großbritannien und den USA liegt Japan an elfter Stelle der Statistik. Damit sind sie zwar nicht die meisten, doch die Japaner haben eine lange Tradition in Düsseldorf.
Die meisten Mitarbeiter arbeiten in großen, im Handelsregister registrierten Firmen und Konzernen. Kleingewerbetreibende gibt es beiden Japanern verhältnismäßig weniger als bei anderen Nationen. Nach einigen Jahren gehen sie meist wieder zurück in ihre Heimat.
Anders Masahiro Yasuda: Er kam der Klaviere wegen. Bechsteins, Steingräber und Steinways, die in gutem Zustand mehr als 30 000 Euro kosten können – das ist seine Welt. "Die Deutschen haben eine viel längere Tradition, dieses Instrument zu bauen", erklärt er. "Hier wird es auch heute noch überwiegend durch Handarbeit hergestellt. In Japan hingegen ist das Piano ein Massenprodukt geworden."
Sein Vater war bereits Klavierbauer in Osaka, seiner Geburtsstadt. In Tokio hatte Yasuda eine Ausbildung zum Klavierbauer gemacht. Auf die Idee, in das ferne europäische Land zu gehen, brachte ihn seine Dozentin. Sie war 1962 die erste Japanerin – und nebenbei die erste Frau überhaupt – die in Deutschland die Meisterprüfung absolvierte.
Bevor Yasuda auswanderte, reiste er mit dem Rucksack durch Deutschland und Österreich, und er nahm Sprachunterricht. So hatte er bessere Chancen, an der einzigen Klavierbau-Meisterschule auch angenommen zu werden. Schließlich bekam er eine Stelle in Düsseldorf. Nach 13 Jahren eröffnete er seine Werkstatt in dem damals leerstehenden, kleinen Ladenlokal an der Hansaallee 38.
Viele bekannte Pianisten hat er über die 27 Jahre hinweg kennengelernt. Für sie stimmt er vor Konzerten und privat ihre edlen Instrumente. "Das ist sehr zeitaufwändig und ich verdiene nicht allzu viel daran", sagt er. "Aber diese feine Arbeit und der Umgang mit den prominenten Musikern macht einfach Spaß."
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