40-jähriges Bestehen: Japanschule feiert Geburtstag
VON KATHARINA SØNNICHSEN - zuletzt aktualisiert: 09.10.2010 - 18:02Düsseldorf (RPO). Auf 40-jähriges Bestehen blickt die Japanische Internationale Schule in diesem Jahr zurück. Die Einrichtung ist eine der größten ihrer Art und führend in der Welt. Zeitweise bis zu 1000 Kinder werden in Düsseldorf unterrichtet.
Wenn während der offiziellen Reden das Glas erhoben wird, dann handelt es sich zwar um eine Jubiläumsfeier. Allerdings nicht um eine – für Düsseldorfer Verhältnisse – übliche. In Japan gehört es zur Tradition, dass bei offiziellen Anlässen ein hoher Gast gefragt wird, ob er den Trinkspruch sprechen möchte. Gern übernahm Yasuyuki Soma, Stellvertreter des japanischen Generalkonsuls in Düsseldorf, diese Aufgabe: "Trinken wir auf die Zukunft und auf eine lange weitere Patenschaft zwischen Tokio und Düsseldorf."
Das 40-jährige Bestehen der internationalen Japanschule am Niederkasseler Kirchweg wurde gestern in der Aula gefeiert. Bereits 1960 engagierten sich Eltern in einer "Initiative zur Gründung einer japanischen Ganztagsschule". Kinder japanischer Familien, die beruflich für einige Jahre nach Düsseldorf kamen, sollten nach ihrer Rückkehr keine Probleme mit der Eingliederung ins japanische Schulsystem haben.
Erst zehn Jahre später begann der Schulbetrieb: Insgesamt 43 Fünft- bis Neuntklässler wurden im Canisiushaus, einem Nebengebäude der St. Antonius Kirche in Oberkassel, unterrichtet. 1972 wurde die Schule durch das Japanische Kultusministerium als Bildungsinstitut im Ausland anerkannt. Grundschüler kamen hinzu.
Ein Jahr später zog die Schulgemeinde in das neu entstandene eigene Gebäude am Niederkasseler Kirchweg. Die Schülerzahlen stiegen weiter – zeitweise bis auf über eintausend. Schuldirektor Yoichi Fukumori verkündete nicht ohne stolz gestern, dass die Schule nicht nur eine der größten außerhalb Japans sei, sondern auch führend in der Welt: "Wir fördern das gegenseitige Vertrauen, indem wir unsere Schüler dazu erziehen, im internationalen Sinne fähig und vorbildlich zu handeln."
Tatsuo Shinou bestätigte das Gesagte. Er war einer der ersten, die an der Schule unterrichtet wurden. Nach sechs Jahren in Deutschland, vom ersten bis zum sechsten Schuljahr, konnte er zurück in Japan auch dort dem Unterricht problemlos folgen: "Das war nur möglich, weil mir hier eine hervorragende Bildung zuteilgeworden war", sagte Shinou.
Auf der Bühne standen außerdem: Toshiaki Mizutani und Mitsuharu Inoue vom Vorstand des Schulvereins, der Japanische Generalkonsul Kiyoshi Koinum, Wilfried Kruse als Vertreter der Stadt, Kenji Akkikawa vom Japanischen Club Düsseldorf, um die besten Glückwünsche zu übermittlen. Sie alle waren sich einig, dass die Schule einen wichtigen Beitrag zur bestehenden Freundschaft zwischen Deutschland und Japan leistet.
Die diplomatische Beziehung zwischen den beiden Ländern besteht im kommenden Jahr 150 Jahre. Auch das wird in Düsseldorf gefeiert: vom 21. bis 28. Mai.
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