Comitee Düsseldorfer Carneval: Jecke vertagen den Machtwechsel
VON HANS ONKELBACH UND UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 11.09.2009 - 06:58Düsseldorf (RPO). Im Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) sollten demnächst Jüngere ans Ruder. Aber daraus wird nichts: Präsident Engelbert Oxenfort und Geschäftsführer Jürgen Rieck (beide über 70) wollen noch mal ran. Das finden nur manche gut. Mindestens zwei Ex-Prinzen drängt es an die Spitze.
Der Dachverband der Düsseldorfer Jecken, das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC), wird auch für die nächsten paar Jahre von zwei Herren geführt, die die 70 lange hinter sich haben: Sowohl Präsident Engelbert Oxenfort wie sein Geschäftsführer Jürgen Rieck, beide 73, haben in einer Mitgliederversammlung des CC bekräftigt, bei der nächsten Vorstandswahl noch einmal antreten zu wollen. Diese Wahl wird Anfang nächsten Jahres sein. Mit der Ankündigung ist klar, dass es den schon seit einigen Jahren avisierten Generationswechsel an der Spitze vorläufig nicht geben wird.
Zur Erinnerung: Präsident Engelbert Oxenfort war 2006 nach dem überraschenden Rücktritt des damaligen CC-Chefs Peter König mit der Maßgabe angetreten, das Amt nur als Übergangskandidat zu übernehmen. Möglichst zügig wollte man einen Nachfolger finden. Auch Jürgen Rieck, damals schon Geschäftsführer, hatte angekündigt, alsbald einen Jüngeren ins Amt einzuarbeiten. Aber daraus wurde nichts: Das Duo Oxenfort/Rieck, persönlich keinesfalls in inniger Freundschaft verbandelt, machte als Team an der Spitze des CC fröhlich weiter.
Und sie machen keinen schlechten Job, finden eine ganze Reihe einflussreicher Narren. Jobsi Driessen zum Beispiel, u.a. Chef des Prinzenclubs und in der Gerresheimer Bürgerwehr ganz vorn dabei, stellt sich hinter das Senioren-Paar und lobt dessen organisatorische und inhaltliche Arbeit. Driessen: "Oxenfort hat unglaublich viel für die Nachwuchsförderung getan. Er hat es geschafft, jungen Leuten den Karneval wieder schmackhaft zu machen." Die Verdienste von Jürgen Rieck sind eh unstrittig: Als er, noch unter Präsident Günter Pagalies, den kaufmännischen Part übernahm, war das CC praktisch pleite. Heute steht man finanziell gut da. Auch vom Präsidenten der Prinzengarde Blau-Weiß, Udo Heinrich, kommt Anerkennung.
Aber es regt sich auch Widerstand gegen den vertagten Machtwechsel. Einige junge Präsidenten und Vorsitzende wollten schon vor Jahren den Generationswechsel an der Spitze. Aber die Kraft, das durchzusetzen, hatten sie nicht.
Nun jedoch drängt es zwei Männer nach oben, die unterschiedlich bewertet werden. Lothar Hörning, Prinz der vorigen Session, hat mehrfach erklärt, gern CC-Präsident werden zu wollen. Er hat jedoch einen einflussreichen Skeptiker gegen sich: Jobsi Driessen. Der nämlich glaubt, dass Hörning den Job falsch einschätzt und nicht wirklich weiß, was da auf ihn zukommt. Außerdem gibt es Zweifel, dass Hörning ausreichend Hausmacht und Erfahrung mitbringt.
Der zweite: Ex-Prinz Josef Hinkel. Abgeneigt, CC-Präsident zu werden, ist der Altstadt-Bäcker wohl nicht, heißt es. Und er hätte die Rückdeckung von Driessen und Oxenfort. Nun wird in CC-Kreisen folgendes Szenario durchgespielt: Oxenfort lässt sich Anfang 2010 zur Nr. 1 wählen, und Hinkel wie auch Hörning kommen auf die Posten der Vizepräsidenten. Dann hätten beide die Chance, Erfahrungen zu sammeln und sich für das höchste Amt vorzubereiten. Wer es dann am Ende wirklich würde, könnte man später entscheiden.
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