Flugverbot aufgehoben: Jets fliegen wieder – auch nachts
VON HANS ONKELBACH UND ANDREAS PANKRATZ - zuletzt aktualisiert: 22.04.2010 - 07:41Düsseldorf (RPO). Der Flughafen wickelte am Mittwoch 200 Flüge ab, normalerweise sind es an einem solchen Tag 650. Einige Airlines baten um die Erlaubnis, nach 23 Uhr starten oder landen zu dürfen. Bis es wieder wie immer läuft, werden noch Tage vergehen. Manche verbrachten mehrere Nächte im Terminal.
Der Düsseldorfer Flughafen hat Mittwoch wieder rund 200 Flüge abgewickelt – an normalen Tagen wären es 650 gewesen. Nachdem das Flugverbot aufgehoben worden war, begann in den Terminals der Weg zurück in die Normalität: Lange Schlangen vor den Check-in-Schaltern, wartende Reisende mit Gepäck, die Läden hatten wieder geöffnet.
Um möglichst schnell in den üblichen Rhythmus zu kommen, hatten einige Airlines auch schon in der Nacht zu gestern um die Genehmigung gebeten, nach 23 Uhr starten oder landen zu dürfen. Denn auf Anraten des Bundesverkehrsministeriums sollte die Düsseldorfer Aufsichtsbehörde das Nachtflugverbot lockern.
In der Nacht zu Mittwoch habe es zehn Starts und Landungen nach 23 Uhr gegeben, einige weitere wurden auch in der Nacht zu heute erwartet, hieß es gestern. "Am grundsätzlichen Nachtflugverbot haben wir aber nicht gerüttelt", sagt Ministeriumssprecherin Mirjam Grotjahn. Ein Sprecher des zuständigen NRW-Verkehrsministers hatte zuvor erklärt, es könne nicht sein, dass die Airlines mit Nachtflügen ihre Rückstände aufholten. Dagegen meinte der Sprecher des Düsseldorfer Flughafens, Christian Witt, man rechne damit, dass in der Nacht auch Starts genehmigt würden – was sonst nur sehr selten passiert.
Größter Ausfall seit 50 Jahren
"Wir sind auf gutem Wege", sagte gestern der Flughafen-Geschäftsführer, Christoph Blume. "Es waren die größten Betriebsausfälle im Flugverkehr seit 50 Jahren – da kann einfach nicht auf Anhieb alles funktionieren". In diesem Zusammenhang bittet Blume bei den Bürgern um Verständnis für die Flieger am Nachthimmel. "Um 150 000 Touristen nach Hause zu bringen, erscheint mir diese Maßnahme als sehr angemessen", so der Airport-Chef. .
Obwohl die Deutsche Flugsicherung gestern um 11 Uhr den Luftraum über der Bundesrepublik freigegeben hat, konnten nur wenige Airlines alle ihrer Maschinen in die Luft bringen. "Denn nach der Sperrung des Luftraums mussten die Flugzeuge und Crews erst auf ihre Ausgangspositionen zurück kommen", erklärt Lufthansa-Pressesprecherin Karin Weber. So fielen allein bei der größten Deutschen Airline gestern rund 100 der sonst 130 Flüge ab oder nach Düsseldorf aus.
Das führte zu langen Schlangen an den Ticket-Schaltern und großen Wartezeiten bei den Passagieren. So verbrachte die Familie Edward aus Chicago auf ihrem Weg nach London bereits ihre zweite Nacht am Flughafen und musste in Feldbetten schlafen. "Ich weiß gar nicht, welcher Tag heute ist", witzelt David Edwards, der seinen Jetlag unter diesen Umständen noch nicht ganz ausschlafen konnte. Deutlich ausgeruhter waren dagegen die Willicher Eheleute Christa und Hans Hesse, die gestern zu ihrer Tochter nach Bukarest fliegen wollten und sich geduldig in die Schlange stellten, um ihr Flugticket umzubuchen. Wie bei vielen anderen Fluggästen waren auch bei ihnen die letzten Tage von Unsicherheit geprägt, ob und wann das Flugzeug fliegen wird. "Die Koffer sind schon gepackt, vielleicht klappt es ja in den nächsten Tagen", hoffen die Willicher.
Probleme hatten vor allem Ausländer, die eigentlich gar nicht hätten hier sein dürfen, weil ihnen das Visum fehlt oder es abgelaufen war. Laut Angaben des Ausländeramtes musste die Behörde bei rund 2000 Gestrandeten die Aufenthaltserlaubnis verlängern. Viele davon seien Besucher der Messe Wire & Tube gewesen, die das Ausländeramt mit mehreren Mitarbeitern auf dem Messegelände und auch am Flughafen betreute.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







