UNESCO-Sonderbotschafterin Ohoven sammelt 2,45 Millionen Euro: "Jetzt bin ich wirklich fast ohnmächtig"
zuletzt aktualisiert: 07.11.2004 - 12:30Düsseldorf/Neuss (dto). Unesco-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven hatte am Samstagabend in Neuss wieder zu einer glanzvollen Benefiz-Gala für Kinder in Not eingeladen. Zahlreiche prominente Gäste waren gekommen, darunter Top-Model Linda Evangelista, Sänger Phil Collins, Boxer Wladimir Klitschko, das Glamor-Paar Thomas Borer-Fielding und seine Frau Shawne Fielding sowie Sternchen Jenny Elvers. Am Ende wurde die Sonderbotschafterin reich belohnt: Die Rekordsumme von 2,45 Millionen Euro brachten ihre Gäste für den guten Zweck zusammen.
"Für mich ist das tägliche Sterben der Kinder die schrecklichste aller Katastrophen", sagte UNESCO-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven. Die größte Einzelspende kam wie schon im vergangenen Jahr von Rennfahrer Michael Schumacher. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister ließ seinen Manager Willi Weber einen Scheck über 1,15 Millionen Euro überbringen und verursachte der Gastgeberin damit gehörigen Schwindel. "Jetzt bin ich wirklich fast ohnmächtig", gestand Ohoven angesichts der Summe, ehe sie Weber um den Hals fiel.
Zahlreiche Prominente machten die Gala zum glanzvollen Ereignis. Das kanadische Top-Modell Linda Evangelista sah in einem schlichten schwarzen Kleid strahlend schön aus und war eines der begehrtesten Motive der Fotografen. Auch der frühere Schweizer Botschafter Thomas Borer-Fielding und seine Frau Shawne Fielding kamen, Boxer Wladimir Klitschko schrieb Autogramme und posierte geduldig mit Fans für Fotos. Ex-"Superstar"-Sternchen Juliette Schoppmann brachte es auf den Punkt: "Wenn Ute lädt, dann muss man dabei sein."
Lediglich der an der Seite von Carmen Nebel als Moderator vorgesehene Talkmaster Johannes B. Kerner hielt sich daran nicht: Er hütete krank das Bett und wurde von RTL-Mann Andreas Dieck vertreten. Im Showteil traten unter anderem die Opernstars Montserrat Caballé und Tochter Montserrat Marti, Popstar Lisa Stansfield und die bereits in den 70er-Jahren bekannt gewordene Band Kool & The Gang auf.
Unesco-Preis für Phil Collins und Heather Mills McCartney
Weltstar Phil Collins machte nur kurz seine Aufwartung, um einen Unesco-Preis entgegenzunehmen. "Ich mache nicht viel mehr, als die meisten machen würden unter den gegebenen Umständen", sagte der Sänger über sein großes Engagement für Kinder. "Ich habe viel Glück gehabt in den letzten 30 Jahren." Er habe mehr Geld verdient, als ihm zugestanden habe. Um diese Schuld abzubezahlen, habe er seine Stiftung gegründet: "Um etwas zurückzugeben." Collins flog sofort nach der Preisverleihung wieder zurück nach England zu seiner hochschwangeren Frau.
Ein weiterer Preis ging an Heather Mills McCartney für ihren Einsatz für Opfer von Landminen. Die engagierte Frau, der 1993 ein Unterschenkel amputiert wurde, kam ohne Ehemann Paul McCartney. Schirmherrin des Abends war Jehan Sadat, die Witwe des 1981 ermordeten ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat. Sie appellierte an die Anwesenden, die gute Sache der Unesco zu unterstützen. Modeschöpferin Vivienne Westwood sprach in ihrer Rede von der Bedeutung der Bildung. "Wir brauchen das Herz, aber wir müssen auch den Kopf benutzen."
Weitere Paten und Redner waren mit dem ehemaligen Präsidenten von Costa Rica, Oscar Arias Sanchez, und der seit Jahren für die Rechte der Indios kämpfenden Guatemaltekin Rigoberta Menchú Tum gleich zwei Träger des Friedensnobelpreises. Eine Ehrung der Unesco gab es schließlich für die älteste Frau auf der Bühne, die 95 Jahre alte Nonne Soeur Emmanuelle. Angesichts der Spendenbereitschaft formulierte sie unter dem Jubel des Publikums, was ihre Gastgeberin beim Kassensturz am Ende gedacht haben mag: "Da jubiliert das Herz."
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