Am Jürgensplatz: Jochen Busse wird Polizeichef
zuletzt aktualisiert: 21.04.2009 - 08:41Düsseldorf (RPO). Na, das ist doch mal eine Karriere: Von der Lach- und Schießgesellschaft zur Polizei – und vom Kriminalassistenten zum Chef in nur 37 Jahren! Siebenlist hieß Jochen Busse in einer ZDF-Reihe von 1972, war Ermittler in der "Mordkommission".
Und jetzt schlüpft er in den Anzug von Kriminaldirektor Werner Lorenz und leitet gleich das ganze Präsidium. Wie dessen Adresse heißt die Serie, die Regisseur Harald Holzenleiter produziert. Zurzeit wird am Pilotfilm gedreht. Dafür sind die Polizeibüros in eine Halle am Stadtrand von Ratingen verlegt worden – unter dem strengen Blick von Düsseldorfer Beamten, die darauf achten, dass filmerische Freiheit und Polizeialltag nicht zu weit auseinandergehen.
Das wäre auch Holzenleiter gar nicht recht, der ein großer Fan schwedischer Kriminalfilme ist und weniger auf Action denn auf feine Psychologie setzt. Für Düsseldorf hat er sich entschieden, weil ihm aufgefallen war, dass von dort keine Krimi-Serie kommt: "Stolberg" (ZDF) wird größtenteils anderswo gedreht. "Das hat mich gewundert, Düsseldorf ist doch eine tolle Stadt." In der Holzenleiter hofft, sich vom Krimi-Einerlei deutlich abgrenzen zu können.
Das beginnt schon beim Privatleben seiner Hauptkommissarin Anne Wenger, die nach einem schlimmen Schicksalsschlag aus Berlin zurückkommt, um am Jürgensplatz unter der Fuchtel ihres gestrengen Papas zu arbeiten. Der ist nämlich in Gestalt von Jochen Busse Polizeichef. Navid Akhavan und Henriette Müller gehören ebenfalls zur Sonderkommission der Anne W., die übrigens von Julia Bremermann gespielt wird. Alle Schauspieler, freut sich Regisseur Holzenleiter, hätten sich sofort für sein Drehbuch, an dem der Düsseldorfer Hermann Spix mitarbeitet, erwärmt.
Und weil sich die Begeisterung auch wohltuend aufs Finanzielle auswirke, kann Holzenleiter auch bei der übrigen Besetzung mit bekannten Namen punkten: Udo Schenk gibt einen Kriminalpsychologen, Bernd Herzsprung einen Hauptkommissar, und in der ersten Serienfolge spielen unter anderem auch Anouschka Renzi und Ulrich von Dobschütz mit. Wer genau hinguckt, wird im Krimi zwei weitere, zumindest in Düsseldorf bekannte Gesichter sehen.
Im Besprechungsraum der Serien-Soko hängen nämlich die Fotos der früheren Polizeipräsidenten an der Wand – und da sind Rainer Wittmann und Michael Dybowski gewissermaßen Jochen Busses Vorgänger. Noch ist vertraulich, wo "Jürgensplatz" gesendet werden soll. Vor dem ersten Teil aber wird auf jeden Fall ein Extra-Film zu sehen sein, in dem Holzenleiter den Namen Jürgensplatz erklären will. Der Schutzpolizeichef Franz Jürgens hatte im April 1945 die Widerstandsaktion Rheinland unterstützt und war mit vier Mitstreitern am letzten Kriegstag hingerichtet worden.
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