Theater an der Kö: Jörg Knör begeistert in Düsseldorf
VON REGINA GOLDLÜCKE - zuletzt aktualisiert: 04.03.2009 - 17:18Die vier Abende mit Jörg Knör sind nur der Auftakt zu einem dreiwöchigen Gastspiel-Marathon im „Theater an der Kö”. Bis Sonntag verblüfft der Entertainer bei „Peinlich! Neues aus Promi-Land” mit fabelhaften Parodien. In Sekunden schaltet er um von Boris Becker auf Papst Benedikt, von Heinz Erhardt auf Udo Lindenberg.
Dass er mehrere Instrumente beherrscht, blitzgescheit mit dem Publikum spielt und ein treffsicherer Karikaturist ist, erhöht das Vergnügen noch.
Kaum hat Knör sich verabschiedet, bittet am Montag das Springmaus-Kabarett „Auf die Couch!”. Das kecke Ensemble hat für jeglichen Kummer seelische Erbauung und Lebenshilfe parat ob Panikattacken, Profilneurose oder Penisneid.
Da werden im Handumdrehen sogar Probleme gelöst, von denen man nicht mal wusste, dass man sie hat. Tags darauf stürmt „LaLeLu” die Bühne. Die A-capella-Comedy-Truppe präsentiert ihr Deutschland-Programm „Grundlos eitel”. Ihr Streifzug führt sie vom hintersten Winkel des Saarlandes bis zum Holsteiner Hügelland. Sie begegnen Exoten wie friesischen Sambatänzern oder schwäbischen Lyrikern und vertonen das Lexikon der ödesten Orte. Musikalisch kreuzen die Comedians unbekümmert Stile von Flamenco bis Jazz.
Springmaus, Oxbec, Distel
Sie werden abgelöst von Oxbec mit Rheinhumor & GrooveMusik. Hinter „Ox” steckt Barbara Oxenfort, das „bec” steuert Heike Beckmann bei. Das Duo, das zunächst mit Mundart-Liedern von sich reden machte, wird inzwischen von einer Band verstärkt. Für den Auftritt der vielseitigen Künstlerinnen hatte sich vor allem Konzertveranstalter René Heinersdorff stark gemacht, „weil die beiden seit Jahren sehr kraftvoll und gut musizieren und Jazz mit so viel Humor verbinden.”
Improvisationstheater beherrschen auch die politischen Kabarettisten der „Distel”, die sich dem Theater an der Kö wegen seiner intimen Atmosphäre verbunden fühlen. Süffisant nehmen die drei Berliner in ihrem Programm „Shanghai” an zwei Abenden die Finanzkrise ins Visier, schwadronieren über Geld, Glück und globale Strömungen.
Dazwischen steigt „Springmaus”-Vater Bill Mockridge als Ritter in eine morsche Rüstung und macht sich bei „Rostig, rostig, Trallalallala” Gedanken über die 50-Plus-Generation. Die Devise des Schauspielers: Lachen ist die beste Art, dem Alter die (dritten) Zähne zu zeigen. Mit der Wiederaufnahme des Renners „Die Reifeprüfung” endet der Gastspiel-Reigen. Anja Kruse kehrt als frivole Mrs. Robinson zurück an die Kö, um den unbedarften Benjamin (Sebastian Schlemmer) zu verführen.
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