Leuchten für Jogger: Jogging-Pfad hat jetzt Licht
VON SONJA SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 26.09.2009 - 13:31Düsseldorf (RPO). Zwischen Oberkasseler Brücke und Rheinkniebrücke können Läufer nun abends auf beleuchteten Wegen ihre Runde drehen. Vorhergegangen war der Installation eine heftige Diskussion über den Sinn des Projekts.
Pünktlich zum Herbstbeginn und damit auch zur anbrechenden dunklen Jahreszeit ist die umstrittene Beleuchtung entlang der Jogging-Strecke am Kaiser-Wilhelm-Ring fertiggestellt. 19 Leuchtpfähle mit jeweils sechs Lampen erhellen nun für sportliche Läufer in der Grünanlage zwischen Rheinknie- und Oberkasseler Brücke den Weg.
Ende 2007 hatte sich Monika Lehmhaus (FDP) als Mitglied des Sportausschusses für den Vorschlag stark gemacht. Ihr Argument: „Düsseldorf kann damit an seinem Ruf als Sportstadt arbeiten. Außerdem haben wir den Marathon, also müssen wir was für Läufer tun.“ Auch sei es vielen Frauen in der dunklen Jahreszeit zu unsicher, draußen zu joggen.
Lampen am Stirnband
Damals wurden für das Projekt 350000 Euro im Haushalt bereit gestellt, was bei SPD und Grünen zu vehementen Protesten führte. Als dann Anfang vorigen Jahres die Kosten auf 170000 Euro abgespeckt wurden, stimmte schließlich auch die SPD zu. Spätestens im Sommer 2008 sollte die Beleuchtung installiert werden. Doch die Proteste rissen nicht ab. Die Grünen wiesen darauf hin, dass die Jogger doch mit Lampen am Stirnband für genügend Licht sorgen könnten. Auch der Verein Deichwächter zog gegen das Projekt zu Felde und berief sich dabei auf den Denkmalschutz sowie den Landschaftsschutz. Immerhin werde die Silhouette der Rheinuferbebauung durch die Beleuchtung verändert.
Und in der Tat sprach sich der Landschaftsbeirat der Stadt mit großer Mehrheit gegen die Beleuchtung der Strecke aus. Es sei nicht einzusehen, dass mit den Rheinwiesen ein empfindliches Stück Landschaft zusätzlich beleuchtet werden müsse, hieß es. Schließlich könnten die Jogger auch den beleuchteten Gehweg des Kaiser-Wilhelm-Rings benutzen. „Wir müssen abwägen, wie schwerwiegend das Interesse von Läufern an Jogging-Strecken in der Stadt ist“, erklärte die Vorsitzende des Sportausschusses, Regine Thum (SPD).
Für die Ratsmitglieder wogen die Gründe für die Beleuchtung jedenfalls schwer genug, um sich über die Einwände hinwegzusetzen. Als im November das Projekt mit knapper Stimmenmehrheit verabschiedet wurde, reagierte der Bund der Steuerzahler allerdings prompt mit einer Rüge: Es sei nicht einsichtig, warum neben einer Straße Laternen aufgestellt werden sollten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





