Doppelmord von Hassels: Johannes K. legt Geständnis ab
zuletzt aktualisiert: 13.02.2011 - 14:40Die Mordkommission Altenbrück hat neue Erkenntnisse zum Tatgeschehen. Der 22-jährige Johannes K., der am Dienstag zusammen mit dem Stiefsohn des Oopfers in Fulda festgenommen wurde, hat ein umfassendes Geständnis abgelegt und seinen 21-jährigen, vermeintlichen Mittäter entlastet.
Der 22-Jährige steht unter dringendem Tatverdacht, an der Ermordung des 82-jährigen Mannes und seiner 39-jährigen Tochter im Juni 2010 in einer Wohnung an der Altenbrückstraße beteiligt gewesen zu sein. Der Stiefsohn des Opfers soll ihn beauftragt haben, den Mord zu begehen.
In seiner ersten Vernehmung beschuldigte der Festgenommene detailliert einen 21-Jährigen, die tödlichen Schüsse abgeben zu haben. Aufgrund dieser glaubhaften Schilderung sowie weiteren tatsächlichen Anhaltspunkten beantragte die Staatsanwaltschaft schließlich einen Haftbefehl gegen den 21-Jährigen.
Dieser ließ sich am Donnerstag in seiner Wohnung widerstandslos festnehmen. In seinen Vernehmungen bestritt er, die Tat begangen zu haben. Trotzdem verkündete der zuständige Haftrichter am Freitag den Haftbefehl wegen Mordes.
In der Zwischenzeit wurde jedoch auch Johannes K. weiter vernommen. Bei der dritten Vernehmung gab er schließlich zu, das Tötungsdelikt in der Wohnung allein begangen zu haben.
Er will den 21-Jährigen als Mittäter belastet haben, weil er sich nicht getraut hatte, sich allein zur Tat zu bekennen.
Die neuen Angaben des Johannes K. stimmen mit dem objektiven Tatortbefund überein und beinhalten Tatsachen, die detailliertes Täterwissen offenbaren. Die Aussagen von Johannes K. wurden danach durch weitere Zeugenvernehmungen in Fulda bestätigt.
Daher ist für Staatsanwaltschaft und Polizei nicht mehr auszuschließen, dass die Tat von einem Täter begangen wurde. Der dringende Tatverdacht gegen den 21-Jährigen konnte aufgrund dieser neuen Erkenntnisse nicht weiter aufrechterhalten werden. Er wurde daraufhin am Samstag umgehend aus der Haft entlassen.
Ob es überhaupt einen zweiten Täter in der Wohnung des Ermordeten gab, konnten die Ermittler noch nicht zweifelsfrei klären, wie der zuständige Staatsanwalt Matthias Ridder sagte.
Am Tatverdacht gegen den 56-jährigen Stiefsohn ändere sich indes nichts. Ihm waren die Ermittler auf die Spur gekommen, nachdem in den Unterlagen der Opfer Hinweise auf finanzielle Streitigkeiten und eine bevorstehende Enterbung gefunden wurden. Dabei sei es um ein Erbe von etwa einer Million Euro gegangen.
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