Von Kollegin angeklagt: Joints bei Privatfete: Polizist unter Anklage
VON WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 16:09Düsseldorf (RP). Weil er bei einer privaten Wochenendfeier in den Niederlanden mehrere Marihuana-Joints hergestellt und geraucht haben soll, fand sich ein 40-jähriger Polizist am Mittwoch auf der Anklagebank des Düsseldorfer Amtsgerichts wieder. Angezeigt hatte ihn eine Polizeikollegin (29) aus Leichlingen, die ebenfalls zu der Geburtstagsfeier eingeladen war.
Dem Beamten wird jetzt neben Drogenkonsum auch Drogenbesitz und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Bei einer Durchsuchung seiner Düsseldorfer Wohnung hatten Kripokollegen 2,5 Gramm Marihuana entdeckt sowie drei Patronen und ein verbotenes Butterflymesser.
Seine mangelnde Einstellung als Polizeibeamter und sein Charakter missfielen der Kollegin laut ihrer Aussage sofort, als sie den 40-Jährigen im Mai 2011 bei jener Privatfete erstmals traf. Bei der Party habe er nämlich direkt neben ihr sitzend eine Marihuana-Zigarette gedreht und auch anderen Gästen sein Rauschgift angeboten – obwohl er wusste, dass eine Polizeikollegin mit im Kreis saß.
Bei weiteren privaten Ermittlungen fand die Beamtin noch heraus, dass unerlaubt eine Polizei-Anhalte-Kelle in seinem Privatwagen lag. „Das kam alles auf einmal, so hintereinander weg“, begründete sie ihre Strafanzeige gegen den bis dahin fremden Kollegen. Seitdem ist sie von den gemeinsamen Freunden aber nicht mehr zu Feten eingeladen worden: „Die fanden das ungerecht, dass ich ihn angezeigt hatte.“
Der 40-Jährige sagte zu den Anklagevorwürfen am Mittwoch kein Wort. Seine Anwältin wies aber darauf hin, dass der Beamte auch damals schon mit seiner Freundin zusammen wohnte. Und angeblich sei nie ermittelt worden, wem das verbotene Messer und die Patronen, beides gefunden in einer Schlafzimmerschublade, sowie das Rest-Rauschgift in der Wohnung gehörten – und ob der Angeklagte davon gewusst hat.
Um jetzt den Ermittlungsführer bei den internen Untersuchungen gegen den Polizeikollegen auch noch als Zeugen anzuhören, setzt das Gericht den Prozess am 22.Februar fort.
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