Düsseldorfer Heimatverein: Jonges diskutieren über mehr Macht für Tischbaase
VON WOLFGANG BERNEY - zuletzt aktualisiert: 31.07.2012 - 10:19Düsseldorf (RP). Nach der Krise bei den Düsseldorfer Jonges und den gegenseitigen Beschuldigungen scheint jetzt endlich etwas Ruhe einzukehren. Viel zu verdanken hat der Heimatverein dabei Gregor Keweloh, der in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung getreten ist.
Doch im Hintergrund war er mit Ex-Vize-Baas Franz Josef Siepenkothen der entscheidende Mann dafür, dass jetzt ein Notvorstand vom Gericht eingesetzt werden konnte und die Auseinandersetzung nicht weiter eskaliert. Keweloh ist gewissermaßen der Schlichter gewesen.
Für ihn ist es allerdings mit dem Notvorstand, der nun zügig die Neuwahlen vorbereiten soll, noch nicht getan. Mit anderen Vorsitzenden der Tischgemeinschaften regt er an, die Satzung der Jonges zu ändern. Keweloh: „Das 80-jährige Bestehen wäre ein hervorragender, Anlass, über eine Satzungsänderung nachzudenken und die Satzung neu zu fassen. Die Tischgemeinschaften sind ja die Träger des Vereins. Ihnen sollte man eine stärkere Position einräumen.“
Ein anderer Vorstand: „Bei einer entsprechenden Änderung würde es wohl kaum mehr zu einem solchen Drama wie in den letzten Wochen kommen.“ Über die Rolle der Tischbaase heißt es bisher im §8 der Satzung lediglich: „Den Tischgemeinschaften steht als Untergliederung des Vereins keine Eigenständigkeit im Sinne des Vereinsrechtes zu.“
Ebenfalls kritisch sieht Keweloh die Zusammensetzung des Erweiterten Vorstandes. „Die Persönlichkeiten, die derzeit dazu gehören in Ehren - aber dieses Gremium ist bisher nie demokratisch legitimiert gewesen. Der Geschäftsführende Vorstand hat sie schlicht nach eigenem Gutdünken eingesetzt.“
Der Verkaufsleiter, ein echter Düsseldorfer, ist Baas der Tischgemeinschaft „2. Löschzug“, die ebenso wie der Heimatverein selbst in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen feiert. Keweloh: „Mir kommt es überhaupt nicht auf meine Person an. Und erst recht möchte ich nicht Baas der Jonges werden. Mir war es bei der vielen Arbeit der letzten Wochen allein wichtig, dass die Gruppierungen bei den Jonges nicht noch weiter auseinanderdriften und wir wieder eine Einheit werden.“ Die unfreiwillige Rolle des Moderators hat Keweloh viel Zeit gekostet: ständig E-Mails, Telefonate, nicht immer einfache persönliche Gespräche mit den zerstrittenen Lagern. „Ich hoffe, das war es jetzt, und ich kann mich jetzt endlich wieder meinem 2. Löschzug widmen.“
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