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Arbeiten für Kö-Bogen: Jonges: Hofgarten wird schöner

VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 07:51

Düsseldorf (RPO). Der Düsseldorfer Heimatverein sieht sich als Wahrer des Gartendenkmals. Die temporäre Straße und die dafür erforderlichen Baumfällungen halten die Jonges für vertretbar, weil die Parkanlage nach Abschluss der Bauarbeiten für den Kö-Bogen wieder die historischen Pläne Weyhes aufgreift.

Die Karte aus dem Jahr 1831 (links) zeigt den Zuschnitt des Hofgartens und die Größe des Weihers Landskrone. Nach Abschluss beider Bauabschnitte des Kö-Bogens im Jahr 2014(rechts) soll die Landskrone wieder bis zur Kö gezogen, die beiden Hofgartenhälften sollen vereint werden.  Foto: Grafik
Die Karte aus dem Jahr 1831 (links) zeigt den Zuschnitt des Hofgartens und die Größe des Weihers Landskrone. Nach Abschluss beider Bauabschnitte des Kö-Bogens im Jahr 2014(rechts) soll die Landskrone wieder bis zur Kö gezogen, die beiden Hofgartenhälften sollen vereint werden. Foto: Grafik

Der 2700 Mitglieder starke Heimatverein Düsseldorfer Jonges, der sich als Wahrer des Hofgartens versteht, hat seine Skepsis wegen der im Rahmen des Kö-Bogens vorgesehenen Eingriffe in das Gartendenkmal abgelegt. Bei einem Gespräch im Rathaus standen Oberbürgermeister Dirk Elbers und Planungsdezernent Gregor Bonin dem Baas Gerd Welchering und Jonges-Stadtbildpfleger Rolf Töpfer Rede und Antwort zu den Details des Bauprojekts – offenbar mit Erfolg.

"Wir befürworten den Kö-Bogen nicht nur, sondern wollen auch für das Vorhaben werben", sagte Welchering im Gespräch mit unserer Zeitung. "Denn für uns zählt", so Töpfer, "dass am Ende nicht nur alles wieder hergestellt, sondern noch besser gemacht wird." Gemeint ist, dass nach dem Ende des zweiten Bauabschnitts, bei dem die Hochstraße Tausendfüßler abgerissen, der Verkehr in Tunnel geleitet und die beiden Hofgartenhälften bis auf die Gleise der Straßenbahnlinie 701 zusammenwachsen sollen, die historischen Ideen des Hofgarten-Planers Maximilian Weyhe wieder verwirklicht werden.

Weiher bis zur Königsallee

Der Vergleich historischer Pläne mit jenen, die zeigen, wie das Areal zwischen Theatermuseum, Tuchtinsel, Schadowstraße und Heinrich-Heine-Allee 2014 aussehen soll, zeigt: Der Weiher Landskrone wird – wie bei Weyhe – wieder bis zum Nordende der Königsallee gezogen, entlang des Teiches entstehen ein Weg und begleitendes Grün. Zudem wird der zurzeit unterirdische Zufluss der Düssel aus der anderen Hofgartenhälfte in das Gewässer offengelegt und die Achse von der Reitallee verlängert.

Die Jonges, die in den 60er Jahren massiv und erfolgreich gegen Pläne des Tausendfüßler-Erbauers Friedrich Tamms protestiert hatten, weitere Teile des Weihers Landskrone zuzuschütten, fühlten sich wegen der geplanten Interimsstraße, die am Rande des Hofgartens gebaut werden soll, nur ungenügend informiert. Für die zweispurige, 315 Meter lange Trasse, über die während der Bauzeit des Kö-Bogens täglich 8000 Autos rollen sollen, werden 24 Bäume gefällt.

"Man hat uns versichert, dass es dazu keine Alternative gibt", sagt Töpfer. OB-Büro-Mitarbeiter Michael Klöckner habe vorgerechnet, dass eine Umleitung des Verkehrs etwa über die Maximilian-Weyhe-Allee wegen des zu hohen Verkehrsaufkommens nicht machbar sei. "Bei diesen Zwängen können wir nicht darauf beharren, dass alles beim Alten bleibt." Schließlich sei die Straße nur temporär und das für einen relativ kurzen Zeitraum. Die neue Führung der Interimsstraße zwischen Oper und Steigenberger Parkhotel ermögliche eine zusätzliche Zeit- und Kostenersparnis. Wert gelegt habe man auch darauf, dass die Straße höher als das Gewässer errichtet wird, damit von der Fahrbahn nicht Schadstoffe in den Weiher gelangen.

Die Jonges hatten den Kö-Bogen, bei dem im ersten Abschnitt zwei Neubauten nach einem Libeskind-Entwurf auf dem Jan-Wellem-Platz entstehen, stets befürwortet, aber – im Gegensatz zu den Plänen des damaligen OB Erwin – eine große Lösung mit noch längeren Tunneln für den Autoverkehr gefordert. "Uns war wichtig, die Hofgartenhälften zu einen. Die jetzige Lösung ist ein guter Kompromiss", so Töpfer.

Quelle: RP

 
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