Internationale Stars bei der 20. Unesco Charity Gala: Jubiläum im Zeichen notleidender Kinder
VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 20.11.2011 - 13:00Düsseldorf (RPO). 20 Jahre Unesco Charity Gala, das bedeutet vor allem eins: viel Glamour, jede Menge internationale Stars sowie viele Spenden für benachteiligte Kinder. Dementsprechend prunkvoll ging es auch am Samstagabend zu, als Unesco-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven zur Jubiläums-Gala ins Düsseldorfer Maritim-Hotel geladen hatte.
Und während die Fans vor dem Hotel vor allem Schauspieler Shah Rukh Khan feierten, war im Saal ein ganz anderer der Star des Abends. Das Blitzlichtgewitter am roten Teppich des Maritim-Hotels schien an diesem Abend gar nicht enden zu wollen.
Denn Gastgeberin Ute-Henriette Ohoven war es wieder einmal gelungen, jede Menge Topstars aus Politik, Sport und Showbiz um sich zu versammeln. Naomi Campbell, Hans-Dietrich Genscher, Clive Owen, Edwin Moses, Michael Gorbatschow, Jet Lie, Chris de Burgh, Jerry Hall und viele mehr waren gekommen, um auf die Not der Kinder dieser Welt aufmerksam zu machen. Und dass es an diesem Abend vor allem um benachteiligte Kinder gehen sollte, das machte Ute-Henriette Ohoven in ihrer Begrüßungsrede deutlich.
Sie erzählte, dass sie vor einigen Wochen ein Flüchtlingslager in Kenia besucht hat. Und sie erzählte von einem Schicksal, dass sich zu tausenden angesichts der Hungerkatastrophe von Afrika in diesem Jahr ereignet hat. Da habe es eine Mutter gegeben, die aufgrund des langen Fußmarsches ins Flüchtlingslager völlig entkräftet war. Sie starb, in ihren Armen ihr sechs Monate altes Kind. „Das hat mich zutiefst erschüttert“, sagte Ohoven.
„Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an diese Mutter denke.“ Genau solche Schicksale sind es, welche die Gastgeberin seit Jahrzehnten dazu bewegen, sich zu engagieren. „Ich bin unendlich glücklich und dankbar, mit ihnen unser 20. Jubiläum zu feiern“, sagte sie. Es seien 20 bewegte Jahre gewesen, ergänzte Ohoven und erinnert an all die Katastrophen und blutigen Auseinandersetzungen, die dieses Jahr geprägt haben: Afrika, Fukushima, aber auch die Aufstände in der arabischen Welt.
„Jeder von ihnen heute Abend hier ist mein persönlicher Held“, so Ohoven. Einige von ihnen wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. So zum Beispiel der frühere US-Leichtathlet Edwin Moses, über den sein Laudator, Hollywood-Größe Forest Whitaker, sagte: „Er ist ein Botschafter des Herzens und mein persönlicher Held.“ Erfrischend wirkte die lockere Art der beiden auf der Bühne.
Tosenden Applaus und stehende Ovationen gab es aber für einen ganz anderen, für den ehemaligen Staatschef der Sowjetunion, Michael Gorbatschow. Sein Laudator, der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher, ließ es sich nicht nehmen daran zu erinnern, dass Gorbatschow der Mann war, der den Weg zur deutschen Einheit geebnet hatte.
„Wir Deutschen werden dir das niemals vergessen“, so Genscher, was mit minutenlangem Applaus bedacht wurde. Aber er erinnerte auch an Gorbatschows soziales Engagement für die Straßenkinder von Russland, für die Umwelt, für die Kinder in einer Krebsklinik in St. Petersburg. „Auf diesen Mann ist Verlass“, sagte Genscher. „Wir ehren einen außergewöhnlichen Menschen, wir ehren unseren Freund, unseren Bruder.“ Gorbatschow, der seine Dankesrede auf Russisch hielt, erinnerte daran, dass die Kriege dieser Welt die Kleinsten am härtesten treffen.
Und er erklärte, seine Generation, die selbst Krieg erlebt hat, „wir verstehen es als unsere Mission“ zu helfen. „Wir müssen alles dafür tun, dass sich so etwas nicht wiederholt.“ Auch einige Paten der Unesco machten deutlich, wie wichtig ihnen ihr Engagement für die Kinder dieser Welt ist.
Während es Supermodel Naomi Campbell oder auch Schauspielerin Kathleen Turner bei einem kurzen Danke beließen, erklärte Hollywood-Schauspieler Clive Owen: „Die Welt hat eine Wahl. Wir müssen daran glauben, dass der soziale Wandel möglich ist.“ Indiens Superstar Shah Rukh Khan gab sich überzeugt, dass Bildung die Antwort auf Armut ist. Und er ergänzte: „Ich verspreche ihnen und mir, dass ich die Liebe und den Reichtum, den ich meinen Kindern gebe, auch all den Kindern auf dieser Welt geben werde.“
Schon eine kleine Tradition bei der Unesco Charity Gala ist die Versteigerung, geleitet von Christiane Gräfin zu Rantzau vom Auktionshaus Christie's. Voller Einsatz brachte sie etwa ein Abendessen mit Bud Spencer oder eine von Edwin Moses getragene Uhr an den Gast.
Doch so richtig in Fahrt kommen wollte die Auktion nicht, sodass sich die Gastgeberin selbst bei der letzten Versteigerung – eine Audienz mit dem Papst – mit ins Zeug legte. „Willst du nicht mehr beten“, fragte Ohoven den einen oder anderen Gast direkt. Und dann war sie selbst völlig überrascht, als die Audienz von ihrem Sohn Markus Jerger für 65.000 Euro ersteigert wurde.
Überhaupt überraschten ihre Kinder, Markus und Claudia, Michael und Chiara, sie an diesem Abend. Nach ihrer Begrüßungsrede ließen es sich die vier nicht nehmen, ihrer Mutter für ihr Engagement mit einem riesigen Rosenstrauß zu danken. Eine Geste, die die Unesco-Sonderbotschafterin zu Tränen rührte. Es sollte nicht der einzige Moment sein, an dem Ute-Henriette Ohoven für ihren Einsatz ausgezeichnet wurde. So erhielt sie etwa von der Unesco eine Ehrenmedaille. Ganz in diesem Sinne fiel denn auch das Fazit von Düsseldorfs Oberbürgermeister im Rückblick auf 20 Jahre Unesco Charity Gala aus.
„Es ist eine großartige Leistung von Frau Ohoven, auch aus Düsseldorfer Sicht, dass sie sich so für die Sache einsetzt“, sagte Dirk Elbers gegenüber unserer Redaktion. Der Gastgeberin gebühre großer Dank. Und es wird nicht die letzte Gala gewesen sein, die Jahr für Jahr Prominente an den Rhein lockt. Denn wie sagte Michael Gorbatschow in seiner Rede? „Ich würde mich freuen, wenn ich beim nächsten 20. Geburtstag wieder mit ihnen hier sein kann.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




