Internationale Deutschstunde: Jugendliche belegen Kurs zum Thema Medien
VON JASMIN MAXWELL - zuletzt aktualisiert: 15.07.2009Düsseldorf (RPO). Eine eigene Fotogeschichte produzieren, und das auch noch in einer fremden Sprache – eine schwierige Aufgabe, die sich Samrajni aus Indien gestellt hat. Etwas Deutsch spricht sie, doch das Drehbuch zu schreiben, ist für die 18-Jährige eine Herausforderung.
In der Jugendherberge nimmt sie drei Wochen lang am internationalen Jugendkurs zum Thema "Medien" teil. "Hier habe ich Freunde auf der ganzen Welt gefunden – zum Beispiel aus Usbekistan und Dschibuti."
In Gruppen erstellen die 75 Jugendlichen aus 15 Ländern eine Zeitung, Radiobeiträge, ein Theaterstück oder eben eine Fotogeschichte. Für ihre Idee – ein Junge will in Frauenkleidern auf einer Mädchenschule zugelassen werden – bastelt Samrajnis Gruppe nun Requisiten und Bühnenbild.
Das Projekt gehört zur Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut. Ziel ist ein Netz aus weltweit mindestens 1000 Partnerschulen, an denen Deutschunterricht gefördert wird. Voriges Jahr startete die Initiative und hat schon 300 Partnerschulen gewonnen.
Von dort kommen die Jugendlichen zu den Kursen überall in Deutschland. In Düsseldorf stehen vormittags Deutsch und die Medien-Projekte auf dem Stundenplan, nachmittags Sport oder Ausflüge – etwa in den Aquazoo oder zum Fernsehturm. "Viele der Jugendlichen sind Stipendiaten, die sich eine solche Reise sonst nicht leisten könnten", sagt Projektleiterin Ulla Schroers vom Goethe-Institut Düsseldorf. "Manche waren noch nie im Ausland."
Wie Aynur (14) aus Usbekistan, die von Düsseldorf schwärmt. Hier gebe es mehr Natur als in ihrer Heimat, außerdem sei es sauberer. Mit ihrer Gruppe arbeitet sie an einer Präsentation über Feste wie das Frühlingsfest Nevrus in Usbekistan, Weihnachten in Mexiko, das Chinesische Neujahrsfest und eine Sommerfeier in Togo. "Ich würde gerne mal den rheinischen Karneval erleben", sagt Aynur.
Bei den Jugendlichen eine solche Begeisterung für Deutschland zu wecken, sei Ziel des Projektes, so Schroers. "So kommen sie später vielleicht mal zum Studieren oder Arbeiten wieder."
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