Polizei fahndet nach etwa 40-jährigem Mann: Junge im Park missbraucht
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 08.04.2008 - 08:09Düsseldorf (RPO). Ein Zehnjähriger, der in Kaiserswerth seinen Hund ausführte, ist von einem Fremden in ein Gebüsch gezerrt worden. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem etwa 40-Jährigen. Experten raten Eltern zur Besonnenheit.
Seit Samstagmorgen sucht die Polizei nach einem etwa 1,80 Meter großen Mann mit dunklen Locken. Er soll sich in Kaiserswerth an einem Kind vergangen haben.
Der Zehnjährige hatte am Samstag gegen 10Uhr seinen Hund ausgeführt, war mit ihm auf das Gelände der Diakonie gegangen. Dort sprach ihn der Unbekannte an, zog ihn in ein dichtes Gebüsch und zwang das eingeschüchterte Kind zu sexuellen Handlungen. Danach ging er durch den Park davon.
Der verstörte Junge rannte nach Hause, berichtete seinen Eltern sofort von dem Übergriff. Die informierten die Polizei.
„Absolut richtiges Verhalten“, bescheinigt Annette Becker vom Kriminalkommissariat Vorbeugung dem Sohn und den Eltern. „Es ist sehr wichtig, dass Kinder sich Eltern oder anderen erwachsenen Vertrauenspersonen anvertrauen können. Und dass das schnell geschieht, damit die Polizei die Chance hat, den Täter zu fassen.“
Dabei will auch die Diakonie Kaiserswerth die Fahnder unterstützen. Gestern wurden alle Mitarbeiter auf dem 30 Hektar großen Gelände informiert. Alle sollen nun die Augen offen halten, falls der Mann, der bei der Tat blaue Jeans und weiße Turnschuhe trug, noch einmal auftaucht.
Kaiserswerther Eltern rät Annette Becker, offen mit ihren Kindern über den Vorfall zu sprechen - wenn die Kinder Gesprächsbedarf haben. Wichtig für solche Gespräche: „Nehmen Sie sich Zeit, reden Sie ausführlich miteinander.“ Die Kinder sollen schließlich keine Angst, sondern Handlungssicherheit bekommen. Zum Beispiel mit den drei Nein-Fragen, die im Anti-Missbrauchs-Theaterprojekt „Mein Körper gehört mir“ mit Grundschülern geübt werden (siehe Info). Die meisten Düsseldorfer Grundschulen engagieren regelmäßig die Theaterwerkstatt Osnabrück, deren Konzept gerade in einer wissenschaftlichen Stude positiv beurteilt wurde. „Kinder lernen, sich selbst zu behaupten“, so Becker. Eltern können dieselbe Botschaft vermitteln: „Kinder müssen sich nicht auf Gespräche mit Fremden einlassen, wenn sie sich unwohl fühlen - auch wenn das unhöflich wirkt.´“
Das Stärken des Selbstwusstseins kann Kinder vor Übergriffen schützen. Vor allem aber sollten sie wissen, dass ihnen im Ernstfall von denen geglaubt wird, denen sie sich anvertrauen. Und, dass es wichtig ist, über das Geschehene zu reden, auch wenn es unangenehm ist - eben so, wie es der kleine Kaiserswerther getan hat.
Die Polizei bittet um Hinweise auf den Täter unter Telefon 8700.
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