"Ohme Jupp"-Wirtin zieht um: Juristen nehmen Kneipe mit
VON CHRISTINE ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 09.09.2009 - 07:57Düsseldorf (RPO). Cornelia de Bruin, Wirtin des vor allem bei Richtern und Anwälten beliebten Altstadt-Lokals "Ohme Jupp", wechselt ins Uerige-Brauhaus am Oberbilker Markt. Dort eröffnet gegenüber Anfang 2010 das neue Justizzentrum.
Die Juristen gehen nach Oberbilk – und nehmen ihre Stammkneipe gleich mit. Wenn im Februar das neue Justizzentrum am Oberbilker Markt mit Amts- und Landgericht eröffnet, dann ist eine schon da: Cornelia de Bruin, bislang noch Wirtin des "Ohme Jupp" an der Ratinger Straße, geht an den Oberbilker Markt und wird voraussichtlich Anfang Oktober dort das Uerige Brauhaus übernehmen.
Eine Neueröffnung, die so manchem Anwalt und Justizbeamten den Umzug zumindest ein wenig versüßen dürfte. Hatte es doch kurz nach Bekanntwerden der Umzugspläne noch geheißen, dass man nun in den "Hinterhof Düsseldorfs" wechseln müsse.
Zurzeit wird in der Gaststätte am Oberbilker Markt kräftig renoviert. Nach Angaben des Besitzers Heinz Voermanns, früher selbst einmal Wirt in der Gaststätte, sind täglich mindestens fünf Gewerke in Aktion: "Kühlung, Elektrik, Aufzug, Außenbeleuchtung, Fliesen – es ist einiges zu tun." Dem Vorpächter Norbert Kraski hat Voermanns nach eigenen Angaben gekündigt. Über die Gründe will er sich nicht weiter auslassen.
Nach acht Jahren sei man "nicht mehr zufrieden" gewesen. Voermanns: "So eine Kündigung fällt einem nicht leicht, da geht es ja schließlich um eine Existenz und nicht nur um die Wohnung." Kraski hingegen versichert, die Gaststätte aus eigenem Antrieb und wegen gesundheitlicher Probleme aufgegeben zu haben.
Auf die Ohme-Jupp-Wirtin de Bruin sei Voermanns, wie er sagt, durch Vermittlung von Uerige-Chef Michael Schnitzler gekommen. "Der wollte die Gaststätte gerne als 21. Objekt in seine Palette aufnehmen." Auch Juristen hätten in der Altstadt nachgefragt, ob denn de Bruin nicht mit nach Oberbilk ziehen wolle. Voermanns ist sicher, nun bald in seinem Haus eine Gaststätte zu haben, die sich "auch den neuen Gästen sauber darstellt und eine gute Küche hat".
Das zu erwartende neue und größere Kundenaufkommen hätte seiner Meinung nach den alten Pächter überfordert. Den Wechsel habe er im Übrigen nicht zum Anlass genommen, die Miete – über deren Höhe er nichts sagt – anzuheben. Voermanns: "Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach."
Neben den Juristen müssen sich noch andere umstellen: die vielen Oberbilker Vereine, vor allem des Schützenwesens und des Winterbrauchtums, die im Uerige Brauhaus am Oberbilker Markt bisher ihr Domizil hatten und sich dieses nun mit einer neuen Klientel werden teilen müssen. Doch sieht etwa Ernst Line von de Berg, Hauptmann der 11. Grenadiere und Geschäftsmann an der Kölner Straße, positive Signale: "Die neue Wirtin ist schon auf uns zugekommen und hat deutlich gemacht, dass sie die Vereine nicht verlieren will."
Deswegen stelle sie bereits am 11. September das noch nicht komplett renovierte Lokal den Grenadieren für ihre Versammlung zur Verfügung. Line von de Berg ist sich sicher: "Das wird sich verteilen: Die Juristen sind eher vormittags da, die Vereine kommen am Abend."
Ob sie auch in der Altstadt bleibt, und welche Pläne sie für ihr neues Lokal hat, wollte die Ohme Jupp-Wirtin gestern nicht mitteilen.
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