Figur Farbe Raum: K20 zeigt 200 Werke von Henri Matisse
zuletzt aktualisiert: 26.10.2005 - 14:56Düsseldorf (dto.) Nackt, auf einem Tisch sitzend, blickt Carmelina den Betrachter mit forderndem Blick an. Im Hintergrund befindet sich ein Spiegel, in dem er den Maler vage erkennen kann. Nur das rote Hemd des Künstlers hebt sich von der Farbkomposition des Bildes ab. Weitere Farbtupfer sind eine blaue Vase und das Haarband in Carmelinas Zopf. Das Bild mit der Schönen Nackten ist ab dem 29. Oktober mit insgesamt 200 Werken in der größten Matisse-Ausstellung Europas seit den achtziger Jahren in der Kunstsammlung K 20 am Grabbeplatz zu besichtigen.
Professor Dr. Armin Zweite, Direktor des K20, ist sich sicher, dass er den Besuchern der Henri Matisse Ausstellung nach über zweieinhalbjähriger Vorbereitungszeit „exeptionelle Highlights“ präsentiert. Schwierig war die Realisation der Aussellung vor allem deswegen, weil sich viele Werke Matisse' in aktuellen Ausstellungen befinden. Doch das Warten hat sich gelohnt: Keine der Ausstellungen in den vergangenen zwanzig Jahren ist so umfangreich, wie die, die das K20 zeigt. „Mit dieser Aussellung wollen wir Matisse wieder im großen Stil zur Diskussion stellen“, so Dr. Pia Müller-Tamm, Kuratorin der Ausstellung. "Auch heute noch besitzen die Werke Matisse eine hohe Aktualität, so wird die Matisse-Legende einer Revision unterzogen. In der Moderne tut sich eine neue Sicht auf die Werke Matisse auf, deswegen ist die Ausstelllung sehr aktuell“, so Müller-Tamm weiter.
Gezeigt werden rund 90 Gemälde der Jahre 1895 bis 1948, 60 Zeichnungen der Jahre 1898 bis 1944, 25 Plastiken der Jahre 1894 bis 1949 und 20 graphische Arbeiten der Jahre 1906 bis 1952. Die meisten Bilder sind im Klein- oder Mittelformat. Die Ausstellung fächert Matisse’ Werk in allen Schaffensphasen auf und untersucht das wichtigste Sujet des Künstlers: die weibliche Figur im Interieur. Zahlreiche Darstellungen von Innenräumen zeigen weibliche Figuren beim Lesen, Schlafen oder Träumen. Leihgaben internationaler Museen und Privatsammlungen beleuchten das zentrale Thema.
Als Ergänzung zu denn 200 gezeigten Werken werden verschiedene Fotografien gezeigt, die die Sicht bedeutender Künstler-Fotografen auf Matisse’ weibliche Modelle und seine kunstvoll inszenierten Atelierräume zeigen. Zudem werden auch Fotografien gezeigt, die Matisse selbst aufgenommen hat. Als besonderes Bonbon und als zusätzliche Information über das Schaffen des Künstlers hat Heinz Peter Schwerfel einen Film über Matisse’ Interieurs produziert, der in der Ausstellung zu sehen ist.
Ein umfangreiches Begleitprogramm gibt zudem ausführlich Gelegenheit, sich mit dem Künstler und seinem Werk auseinanderzusetzen. Beim Symposium am 2. und 3. Dezember diskutieren Matisse-Forschern und Vertreter anderer Kulturwissenschaften über das Werk Matisse’. Auch die Öffentlichkeit ist dazu eingeladen, an der Veranstaltung im Trinkaus Auditorium der Kunstsammlung K20 teilzunehmen. Vorträge im Institut Francais und eine Filmreihe in der Black Box runden das Angebot ab.
Henri Matisse, Figur, Farbe, Raum, 29. Oktober 2005 bis 19. Februar 2006, täglich außer montags 10-20 Uhr, geschlossen am 24./25./31.12.2005
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