Mit Video: Kämmerer Abrahams und das Haushalts-ABC
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 30.12.2010 - 07:14Düsseldorf (RPO). Der kommunale Etat strotzt vor Fachbegriffen und Fremdwörtern. Die Rheinische Post hat deshalb gemeinsam mit Center.tv und RP ONLINE Düsseldorfs Kämmerer und Stadtdirektor Manfred Abrahams gebeten, einige dieser Begriffe zu erklären. Von A wie Aufwand bis Z wie Zuweisung.
Video
Sehen Sie hier das ABC des Haushalts als Video.
Teil 1: A wie Aufwand bis N wie Neues Kommunales Finanzmanagement
Teil 2: Von O wie Öffentlich-Private-Partnerschaft bis zu Z wie Zuweisung
A wie Aufwand Ist der geldbewertete Güter- und Dienstleistungsverzehr in einer Kommune, beispielsweise Reparaturkosten für Fahrzeuge und Personalaufwand.
B wie Bilanz Ist die Gegenüberstellung von Vermögen, Eigenkapital und Schulden.
C wie Controlling Das ist Planen, Steuern und Überwachen des Haushalts.
D wie Doppik Ist die Abkürzung für doppelte Buchführung, steht für das kaufmännische Rechnungswesen.
E wie Ertrag Die freundliche Seite des Haushaltes, nämlich das, was wir bekommen. In Düsseldorf ist der größte Ertrag die Gewerbesteuer.
F wie Finanzhoheit Die Verantwortung und das Recht, die eigenen Finanzen bestimmen zu können. Es ist der Dauerstreit zwischen Bund, Ländern und Kommunen.
G wie Gebühren Gebühren erheben wir unterschiedlicher Art, beispielsweise Rettungsdienstgebühren, aber auch Verwaltungsgebühren für bestimmte Verwaltungsdienstleistungen.
H wie Hebesatz Das ist der Vervielfältiger beispielsweise des Gewerbeertrages. So ermitteln wir die Gewerbesteuer der Unternehmen.
I wie Inventur Ist die körperliche Bestandsaufnahme aller Gegenstände, die dem Vermögen zugerechnet werden.
J wie Jahresergebnis Hoffentlich ein erfreuliches in diesem Jahr. Es ist am Ende des Jahres die Gegenüberstellung des geplanten und des tatsächlichen Ergebnisses.
K wie Kassenkredite Brauchen wir in Düsseldorf keine. Kassenkredit ist für uns ein Fremdwort.
L wie Liquidität Ist das, was in der Kasse ist und womit wir unsere Ausgaben bestreiten.
M wie Mehrkosten Haben wir leider in den letzten Jahren im Sozial- und Jugendbereich zu viele gehabt.
N wie Neues Kommunales Finanzmanagement (NKF) NKF ist die Jahrhundertreform in Nordrhein-Westfalen, sie beginnt im Jahre 2005. Es ist die Umstellung von der Kameralistik, die über 300 Jahre lang in NRW das Rechnungswesen geprägt hat. Seit fünf Jahren haben wir ein Neues Kommunales Finanzmanagement.
O wie Öffentlich-Private Partnerschaft (englisch abgekürzt PPP) Ist sicherlich eine Alternative, über die im Augenblick viele Städte nachdenken, auch Düsseldorf.
P wie Produkt Ist die Gliederung des Haushaltsplanes der Stadt nach jeweiligen Aufgabenbereichen.
Q wie Qualitätsmanagement Ist etwas, was wir in Zukunft noch viel stärker machen müssen als wir es heute machen.
R wie Rücklagen Hat die Landeshauptstadt Düsseldorf in den letzten Jahren ansammeln können. Im Augenblick leben wir von den Rücklagen.
S wie Schulden Kennen wir in dieser Stadt nicht.
T wie Transferleistungen Werden insbesondere im Sozialbereich gewährt. Der größte Einzelposten sind die Kosten der Unterkunft für Hartz-IV-Empfänger.
U wie Umlaufvermögen Ist der Teil des Vermögens, der kurzfristig fungibel (verfügbar, austauschbar, d. Red.) ist, beispielsweise die liquiden Mittel in der Stadtkasse.
V wie Verbindlichkeit Verbindlichkeiten sind Rechnungsbeträge, die wir gegenüber Lieferanten zu begleichen haben.
W wie Wert Der Wert vieler Vermögensgegenstände in Düsseldorf summiert sich in der Bilanz auf zwölf Milliarden Euro.
X wie Tag X (für den Jahresabschluss) Der Tag X ist für uns immer der 31.12., zu dem Tag endet das Kalenderjahr, aber auch das Haushaltsjahr für die Kommunen. An dem Tag wird der Schlussstrich gezogen und gegenübergestellt, was wir an Erträgen und Aufwendungen im Jahr verbraucht haben.
Y wie Yield (deutsch Rendite) Rendite ist für uns die Anlage von Geldern, die wir im Rahmen der Liquidität haben und die zusätzliche Zinserträge für die Landeshauptstadt bringen.
Z wie Zuweisung Bekommen wir auch vom Land und vom Bund. Wir können uns vorstellen, Zuweisungen in noch höherer Form zu bekommen, nämlich wenn der Bund sich zu 50 Prozent an den Sozialkosten der Stadt Düsseldorf beteiligen wird.
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