Ab Karfreitag bis Ende Oktober: Kaiserpfalz öffnet ihre Pforten
zuletzt aktualisiert: 10.04.2006 - 14:47Düsseldorf (dto). Die Kaiserpfalz, von der heute nur noch Ruinen zeugen, wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Damals läutete Kaiser Friedrich I., auch Barbarossa genannt, die Blütezeit von Kaiserswerth ein, indem er den 1174 den Rheinzoll von den Niederlanden nach Kaiserswerth verlegte. Pünklich zu Ostern öffnet die Ruine wieder ihre Pforten. Von Karfreitag bis Ende Oktober ist die Pfalz täglich von 9 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Die Pfalz bestand damals aus einem dreigeschossigen Gebäude mit einem Bergfried in der Mitte. Wegen ihrer Stärke und Schönheit galt sie als Wunderwerk. Anfangs diente sie dem Kaiser als Rückhalt im ständigen Streit mit den Fürsten. Doch das Kaisertum wurde schwächer, die Pfalz 1273 an den Kölner Erzbischof verpfändet.
Keine der vielen Auseinandersetzungen um die europäische Vorherrschaft ging an Kaiserswerth vorüber. Mal belagerten es die Burgunder, dann die Spanier, Hessen und Franzosen. Als Ludwig XIV. den Rhein zu Frankreichs Ostgrenze machen wollte, übernahm er auch Kaiserswerth und ließ die Befestigungen verstärken. Doch die Brandenburger vertrieben die Franzosen, und 1692 war wieder Kurköln an der Reihe.
Ein Jahrzehnt später, im Spanischen Erfolgekrieg, war der Platz erneut heftig umkämpft, wurde erobert und schließlich geschleift. Die gesamte Landseite und der Bergfried fielen 1702 den Sprengungen zum Opfer. Die Reste dienten fast zwei Jahrhunderte als Steinbruch: für das Rheinwerft vor allem und für den Wiederaufbau der im Krieg ebenfalls stark zerstörten Bürgerhäuser.
Seit dem 8. Mai 2002 ist die Kaiserpfalz wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Festungsanlage wurde umfassend saniert, bevor sie wieder sicher genug war, um für Besucher zugänglich gemacht zu werden.
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