Im Bikini im Hörsaal: Kalender für zwei Patientinnen
VON DANIEL SORKAU - zuletzt aktualisiert: 21.11.2007 - 09:45Düsseldorf (RPO). Über 100 Studenten erstellen für zwei erkrankte Kommilitoninnen einen Kalender. Durch den Erlös soll die Therapie der beiden Patientinnen finanziert werden. Organisator Cristof Judenau ist über die vielen Helfer begeistert.
Im Bikini im Hörsaal? Das gibt es sogar während der heißesten Sommertage nicht. Warum liegt also eine Studentin im Bade-Outfit auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität? Sie ist eines der Models für einen Studentenkalender. Auch wenn die Arbeit den Beteiligten Spaß macht, hinter dem Projekt steckt ein anderer Gedanke. Der Erlös des Kalenders soll zwei Studentinnen zu Gute kommen, die an einer seltenen Immunkrankheit leiden. Muskel- und Gelenkschmerzen, sowie starke Erschöpfung sind die Symptome. Die langwierige Auswirkungen erfordern eine teure Therapie.
„Die Behandlung können wir alleine nicht finanzieren“, sagt Organisator Cristof Judenau. „Da müssten wir schon jedes halbe Jahr 10000 Kalender verkaufen.“ Trotzdem wollte der 30-Jährige seinen erkrankten Kommilitoninnen helfen. Seit Studienbeginn kennt er Doreen, die mit ihm Philosophie studierte und bereits einige Jahre an der Krankheit leidet. Als Judenau, der inzwischen wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni ist, erfährt, dass die Krankenkasse die Kosten für die Therapie nicht mehr übernimmt, entschließt er sich etwas zu tun: „Das konnte ich einfach nicht mehr mit ansehen.“
Was mit wenigen Helfern angefangen hat, ist mittlerweile ein Projekt, an dem über 100 Studenten mitwirken. Ob als Model, Fotograf oder bei der Bildbearbeitung, Judenau freut sich über jeden, der Hand anlegt: „Die Bereitschaft der Leute ist schon toll.“ Zumal viele Mitwirkende die Patientinnen gar nicht kennen.
So wie Studentin Lena Braun. „Schöne Fotos sind ja nicht schlecht, aber ohne den guten Zweck würde ich das wohl nicht machen“, sagt die 20-Jährige, die für eines der Bilder posierte.
Über so viel Unterstützung ist natürlich auch Doreen glücklich. „Ich bin allen dankbar, die bei dem Kalender helfen“, weiß die 26-Jährige das Engagement Judenaus und der anderen Studenten zu schätzen. Zwar kann sie nur selten zu den Treffen des Kalender-Teams kommen, über das Internet guckt sie sich jedoch die Fotos an. „Ich gebe zu den Bildern auch meinen Senf ab“, berichtet Doreen und lacht.
Judenau will erst einmal 1000 Kalender drucken lassen. „Hoffentlich werden das noch mehr“, wünscht er sich. Die Einnahmen fließen zu 100 Prozent in die Therapie der beiden Patientinnen. Gratisexemplare gibt es für die Helfer daher nicht, schließlich soll eine große Summe zusammenkommen. Die Models zeigen dafür viel Haut. „Das sieht aber nicht billig aus“, versichert Judenau.
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