Wintereinbruch: Kampf gegen Eis und Schnee
zuletzt aktualisiert: 05.01.2010 - 07:50Düsseldorf (RPO). Am Flughafen wird enteist, die Awista räumt und streut Salz, die Rheinbahn schickt leere Bahnen auf die Straße, um den Schnee aus den Schienen hinaus zu drücken. Am Dienstagmorgen hatten weder Rheinbahn noch Flughafen mit Verspätungen zu kämpfen.
Flughafen Auf dem Düsseldorfer Flughafen läuft alles nach Plan. "Es wird auf vier Bahnen enteist. Dadurch kommt es aber nicht zu Verspätungen", sagt Flughafensprecher Christian Hinkel auf Anfrage unserer Redaktion.
430 Starts und Landungen hatten die Fluggesellschaften in Düsseldorf Montag auf dem Plan. "Alles läuft völlig normal", meldete Flughafensprecher Christian Witt. Für die insgesamt 33 000 Passagiere gab es keine bösen Überraschungen wie noch vor zwei Wochen, als der größte Airport Nordrhein-Westfalens für fast einen ganzen Tag geschlossen werden musste. Aber auch Montag waren die zehn Spezialfahrzeuge auf vier Positionen im Einsatz, um die Flugzeuge vor dem Start zu enteisen. Jeder Enteiser schafft pro Stunde 25 Maschinen. Wie immer bei diesen Niedrigtemperaturen wurden auch die "Reibungswerte" der Start- und Landebahn regelmäßig gemessen. Ein Pkw zieht dazu ein Wägelchen mit Messgeräten hinter sich her. Übrigens: Nicht nur Schnee und Eis können den Asphalt in eine gefährliche Rutschbahn verwandeln. Auch zu viel Gummi-Abrieb von den Flugzeug-Rädern kann für solche Effekte sorgen. Gemessen wird also bei jeder Wetterlage.
RHEINBAHN Der Schneefall war in den letzten beiden Tagen nicht so stark wie in der vorigen Woche, als weite Teile der Stadt unter einer dicken Schneedecke verschwanden. Daher gab es bei der Rheinbahn auch erheblich weniger Probleme aufgrund des Wetters. Allerdings hatten einige Gelenkbusse, die in der hügeligen Landschaft des Kreises Mettmann unterwegs waren, einige Schwierigkeiten. Sie mussten vor Steigungen kapitulieren, weil die Straßen von Schnee und Eis spiegelglatt waren. In Düsseldorf jedoch gibt es solche Steigungen fast gar nicht. Aber in den beiden letzten Nächten waren wieder einmal mehrere Bahnen auf so genannten Leerfahrten unterwegs. Die Schienenfahrzeuge werden in den frühen Morgenstunden nur bewegt, um allein durch ihr Gewicht die Schienen freizuhalten und Schnee hinaus zu drücken. Am Dienstagmorgen gab es keine Verzögerungen im Fahrplan. "Alles im grünen Bereich", wie Rheinbahnsprecher Georg Schumacher auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte.
Salzstreuung Insgesamt mehr als 2000 Kilometer Straßen hat die Awista in Düsseldorf seit Sonntagmorgen mit bis zu 23 Einsatzwagen geräumt und gestreut. Dabei hat sie in Erwartung von Schneefall bereits vorsorglich Straßen mit Salz bestreut, damit es gar nicht erst zu Glatteis kommt. Dabei hat das Salz je nach Temperatur ganz unterschiedliche Wirkung, erklärt Awista-Einsatzleiter Arno Vomberg. Bei Temperaturen von ein bis zwei Grad minus benötige das Salz etwa zehn Minuten, um Eis und Schnee schmelzen zu lassen. Sinke die Temperatur auf Minus zehn Grad, dauere es bereits 20 Minuten. Bei Minus 15 Grad sind schon fast 90 Minuten nötig, bis es schmilzt.
Müllabfuhr Die Müllwerker der Awista müssen an den Wintertagen Überstunden machen, weil sie mit den großen Lastwagen nicht so schnell durch die Seitenstraßen fahren können. Schnee- und Eisreste machen das Rangieren schwieriger. Aber ihre Tour durch die Stadtteile brechen die Mitarbeiter der Awista nicht ab, "sondern sie erledigen ihr Pensum", so Awista-Sprecher Ralf Böhme. Die Tonnen würden höchstens etwas später als gewohnt abgeholt.
U-BAHN-BAU Der Frost behindert den Bau der Wehrhahnlinie nicht. "Der Boden ist bisher nur an der Oberfläche gefroren, die Bagger können ohne weiteres in die Tiefe buddeln", erklärt Heinz Schulze von der Oberbauleitung der Wehrhahnlinie. Wenn beispielsweise die Bagger die schmale Grube für eine Schlitzwand ausheben, werde in tiefen Schichten gearbeitet, in die der Frost kaum vordringe. Vor den tiefen Temperaturen sind allerdings die Leitungsrohre besonders geschützt worden, die auf der Schadowstraße verlegt wurden und dort teilweise noch offen liegen. "Sie sind gut isoliert worden, das haben wir bereits an den ersten kalten Tagen von Weihnachten gemacht", so Schulze.
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