Närrischer Dienstag: „Alaaf“ im Gürzenich von Düsseldorf
zuletzt aktualisiert: 08.02.2006 - 14:50Düsseldorf (dto). Der Radschlägersaal der Rheinterrassen ist das Wohnzimmer von Stefan Kleinehr, über 900 Gäste sind eine gutgelaunte Karnevalsfamilie und so mancher vermeintliche Kölner kommt eigentlich aus Neuss. So etwas weiß man. Oder man geht zum närrischen Dienstag des Allgemeinen Vereins der Karnevalsfreunde und lernt es da. Voraussetzung ist allerdings: man hat eine Karte.
Um die sollte man sich beim AVDK rechtzeitig kümmern. Am Besten jetzt schon für den närrischen Dienstag 2007 – kein Witz! Auch wenn so manch Düsseldorfer Jeck nur grummelnd Anerkennung für die kölsche Sitzung findet: „Wat hat dat denn mit dem Düsseldorfer Karneval zu tun?“, der Erfolg gibt Stefan Kleinehr und seinen Mannen Recht. Wo anders steht das Publikum schon bei den ersten Nummern auf den Stühlen, wo sonst kann man hautnah Guido Cantz erleben, wo mit den Bläck Föös und de Höhner schunkeln? Nirgends – zumindest nicht in Düsseldorf!
Da macht es auch gar nichts, wenn viele der „Kölner“, wie Rumpelstilzje Fritz Schopps oder Knallkopp Dieter Röder eigentlich gar nicht aus der Domstadt, sondern aus Bergisch Gladbach oder Neuss stammen. „Alles von den Kölnern“ – so scherzt man in Jeckenkreisen ja schon seit Jahren über die eigentliche Bedeutung des Kürzels AVDK. Wenn im Gegenzug alles so stimmt, so gut funktioniert, wenn der jecke Funke so schnell aufs Publikum überspringt, wie beim närrischen Dienstag, dann tut so ein Schuss Kölsch dem Düsseldorfer Karneval ganz gut.
Nichts gegen die Interpreten aus Düsseldorf. Nur: wenn man/frau die Reden schon mitsprechen kann, weil die Zahl der Düsseldorfer Redner ja mittlerweile relativ überschaubar ist, dann sollte der Veranstalter - Lokalpatriotismus hin oder her - sich so ernsthaft wie im Karneval möglich fragen, ob er sich und seinem Publikum mit der Verpflichtung der heimischen Vertreter einen Gefallen tut.
Klar: Guido Cantz kann’s, seiner Tollität Luftflotte sucht auch rund um den Dom ihresgleichen, de Höhner und die Bläck Fööss sind legendär – da kann Stefan Kleinehr aus dem Vollen schöpfen. Tat er auch, wortgewandt, witzig, gewohnt souverän und schlagfertig. Das, was der AVDK-Präsident zeigte, wirkte wie aus einem Guss. Ob das an Stefans neuer Freundin liegt? Das ließ sich am närrischen Dienstag dann allerdings nicht in Erfahrung bringen.
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