Nach Karnevalsauftakt: CC-Knatsch wegen Hoppeditz-Rede
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 12.11.2009 - 17:47Düsseldorf (RPO). Geschäftsführer Jürgen Rieck kritisiert die Rede. Er hätte sie so verhindert, wenn er nicht „überrumpelt worden” wäre, sagt er. Präsident Engelbert Oxenfort fand die Reime jedoch gut. Jetzt schwelt der Konflikt im Vorstand. Beide wollen 2010 wiedergewählt werden.
Schon wenige Minuten nach der Rede des Hoppeditz eilte der Geschäftsführer des Comitee Düsseldorfer Carneval, Jürgen Rieck, in den Jan-Wellem-Saal des Rathauses. Sofort „stellte” er Hoppeditz Tom Bauer inmitten der feiernden Narrenschar und lobte ihn - bevor es heftige Kritik hagelte.
„Sie persönlich machen die Sache klasse. Aber die Rede war sehr schlecht.” Dafür können Sie nichts, denn der Autor hat eine platte und nicht witzige Rede geschrieben”, sagte Rieck. Auch andere CC-Vorstände seien seiner Meinung. Rieck will die Reden schärfer, zugespitzter.
CC-Vorstand
Der Vorstand des Comitee Düsseldorfer Carneval umfasst 13 Mitglieder: fünf im geschäftsführenden Vorstand, acht im erweiterten Vorstand. Sie alle entscheiden in den monatlichen Vorstandssitzungen. Ehrenpräsident des CC ist der verstorbene Präsident Günther Pagalies.
Hinter den Kulissen plädiert er seit Jahren für mehr Biss. CC-Präsident Engelbert Oxenfort dagegen verteidigte auch am Donnerstag die Zeilen, die erstmals der Kabarettist Frank Küster für den Hoppeditz geschrieben hatte. „Die Rede war gut.”
OB Elbers zeriss Rede-Entwurf
Ein eigentlich für einen satirischen Höhepunkt des Jahres reserviertes Hoppeditz-Erwachen endete diesmal mit Knatsch im CC-Vorstand. Dabei schien Ärger um den neuen Autor der Hoppeditz-Rede und der OB-Gegenrede bereits im Vorfeld programmiert.
Die Gegenrede, die der Oberbürgermeister traditionell hält und diesmal ebenfalls von Küster verfasst worden war, ließ Dirk Elbers am Freitagabend stinkesauer werden. „Das war nur ein kurzer Text auf einer Din-A4-Seite. Ich habe die Seite sofort zerrissen”, sagt Elbers. Flugs ließ er sich von Jürgen Hilger-Höltgen eine neue Rede schreiben. Länger, raffinierter und besser, wie viele, auch Oxenfort, fanden.
Rieck war zufrieden. Die Hoppeditz-Rede aber erzürnte ihn. „Mir wurde die Rede am Freitagabend in fünf Minuten vorgelesen. Da habe ich vieles nicht richtig prüfen können. Da wurde ich überrumpelt”, sagt er. Anscheinend von CC-Präsident Oxenfort. „Ich habe immer wieder Textvorschläge und Themen mit ihm und Vorstand Hermann Schmitz abgesprochen”, sagt Küster, der vom CC-Präsidenten mit der Ausarbeitung der beiden Reden beauftragt worden war.
Das CC-Duo Oxenfort/Rieck ist wie bei einigen anderen CC-Entscheidungen einmal mehr unterschiedlicher Auffassung. Dabei wollen beide über das nächste Jahr weiter an der Spitze bleiben. Rieck und Oxenfort werden bei den Vorstandswahlen 2010 erneut kandidieren.
Zumindest bei der Auswahl des Redenschreibers für die Hoppeditz- und die Gegenrede des OB im nächsten Jahr gibt es zwischen den beiden aber Gesprächsbedarf. Oxenfort plädiert dafür, dass zwei verschiedene Autoren die Reden schreiben. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Küster wieder den Auftrag für die Hoppeditz-Zeilen erhält.”
Auch Tom Bauer würde im nächsten Jahr gerne wieder mit Küster zusammenarbeiten. Dagegen wehrt sich Rieck aber entschieden. „Der gesamte CC-Vorstand entscheidet das. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Küster wieder beauftragt wird.”
Der Gescholtene jedenfalls nimmt es gelassen: „Ich muss mir das jedenfalls nicht antun. Ich würde es wieder machen, aber ich bin auch 48 Jahre ohne Karneval ausgekommen.”
Mehr zum Karneval in Düsseldorf finden Sie in unserem Special.
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