Promis im Rathaus: Der Ober-Buddha und sein Weltall
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 - 19:05Düsseldorf (RPO). Statt Schnee herrschte auf der Rathaus-Tribüne während des Zochs eitel Sonnenschein. Parteiübergreifend wurde gejubelt, gescherzt und geschunkelt. Im Mittelpunkt standen Oberbürgermeister Dirk Elbers und seine Frau Astrid, die blauhaarig als Crew für ein US-Raumschiff angeheuert hatten - mit buddhistischer Sanftmut.
So viel Trubel wie Rosenmontag gibt's im Rathaus bei keiner Ratssitzung. Doch Oberbürgermeister Dirk Elbers kann auch das nicht aus der Ruhe bringen. Motto-Wagen verpflichtet. Hatte ihn Wagenbauer Jacques Tilly diesmal doch zum „Ober-Buddha-Meister” gemacht und mit der weisen Botschaft versehen: „In der Ruhe liegt die Kraft.” Da wagte mancher Gast auf der Tribüne vor dem Rathaus nur ein verhaltenes Lächeln. Der OB jedenfalls fand‘s „wunderbar” und befand, dass sein Papp-Gesicht besser aussah als das Original.
Das jedoch war gestern nicht sogleich zu erkennen. Denn Elbers und seine Frau Astrid kamen spacig daher, mit blauen Perücken, silbernen Uniformen und einer blinkenden Geheimwaffe gerüstet für den Flug in einem US-Raumschiff: „Ich bin der OB der internationalen Stadt Düsseldorf”, sagte Captain Elbers. „Jeck we can - bis ins All.”
FDP für Katzen und Hotels
Die FDP, kleiner Koalitionspartner der CDU in Stadt, Land und Bund, gab sich da weniger abgehoben. Die liberale Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann und ihr Mann Horst kamen als „Möwenpick”, jene Hotelgruppe, die der FDP eine stattliche Spende gemacht hatte, bevor die im Bundestag die reduzierte Mehrwertsteuer für Hotels durchsetzte. „Möwenpick sponsert uns jeden Morgen Essen auf Rädern”, scherzte die Liberale. Ihr Parteifreund, der Landtagsabgeordnete Robert Orth, setzte sich als „Katzen-Demo” gegen die Zwangs-Kastration und für ein „selbstbestimmtes Leben freilaufender Katzen” ein.
CDU-Ratsherr Andreas Hartnigk kam als omanischer Investor und fing gleich zu Beginn des Zuges ein schwarzes Sparschwein. Was in seinen Augen ein passendes Symbol zum soliden Finanzkurs seiner Partei. Als jedoch gegen Ende des Zugs sein Parteifreund, der Landtagsabgeordnete Olaf Lehne, ein grünes Sparschwein fing, schien die neue Bündnis-Option für die CDU besiegelt. Was Lehne von sich wies: „Lieber Opposition als Schwarz-Grün.”
Kämmerer Helmut Rattenhuber und seine Frau Angelika bewiesen beim Kostümieren wie stets viel Fantasie und kamen als Kanalratten immerhin gehört das Abwassernetz bald wieder komplett der Stadt. Der Beigeordnete Burkhard Hintzsche, inzwischen einziger Dezernent mit SPD-Parteibuch, kam gleich als Schwarzes Schaf.
CDU-Bürgermeister Friedrich G. Conzen, als Ritter mit verletztem Auge verkleidet, hatte einen besonderen Grund zur Freude: Am Sonntag um kurz nach 11 Uhr war er zum zweiten Mal Großvater geworden. Sein Sohn Friedrich hat jetzt nämlich eine Tochter und die heißt Josefine.
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