Düsseldorf: Elbers gewinnt Reise nach Neapel
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010 - 07:21Düsseldorf (RPO). Große Überraschung beim Prinzenball: Die Gattin des Oberbürgermeisters, Astrid Elbers, zog als Glücksfee für ihren eigenen Mann den Hauptgewinn aus der Lostrommel. Der OB freute sich – und wird den Tripp nach Italien an eine wohltätige Organisation weitergeben.
Dass seine Frau ihm Glück bringt, wird Oberbürgermeister Dirk Elbers schon häufiger gesagt haben. Am Wochenende bescherte sie ihm nun sogar eine Reise nach Italien. Als Glücksfee zog Astrid Elbers bei der Tombola des Prinzenballs die Lose aus der Trommel. Und als sie das für den ersten Preis zog – sieben Tage in der Nähe von Neapel für zwei Personen –, war es eins, das kurz zuvor ihr Mann gekauft hatte: Große Verblüffung rundherum. Einige feixten, andere klatschten.
Wie auch immer: Nicht nur wegen solcher Anekdötchen war der Abend im Hilton keine Sekunde langweilig. Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Schulhoff gewann ebenfalls: Er durfte eine Skulptur von Stefan Sous (Schüler von Tony Cragg) mit nach Hause nehmen.
Jeck mit Lackschuh
Der Prinzenball des Prinzen-Clubs ist ein typisches Beispiel für einen Bereich des Karnevals, der als Lackschuhkarneval beschrieben wird nicht immer anerkennend. Gemeint ist, dass bei solchen Veranstaltungen das Winterbrauchtum zwar Anlass für das Fest ist, es aber dort keinesfalls kostümiert zugeht oder Büttenreden präsentiert werden. Im Gegenteil wird auf Abendgarderobe besonderen Wert gelegt: Die Herren tragen Smoking, Uniform oder Frack, die Damen meistens „lang”.
Der Moderator Veranstalter des Balles ist der Prinzen-Club – darin sind alle ehemaligen Karnevalsprinzen Düsseldorfs vereinigt. Der Präsident: Jobsi Driessen. Er moderiert den Abend und hat ihn von allem entrümpelt, was Längen ins Programm bringen könnte. Einschläfernde Begrüßungsreden mit Würdigung aller Gönner gibt es nicht.
Vor allem sorgt der Chef für eins: flotte Musik und eine schnell freigeräumte Tanzfläche. Das Prinzenpaar Als 2007/2008 Prinz Josef (Hinkel) und seine Venetia Barbara (Oxenfort) mit dem unbändigen Temperament zweier Naturtalente das jecke Zepter schwangen, da fürchtete man, nachfolgende Prinzenpaare würden es extrem schwer haben, danach nicht zu verblassen.
Aber schon das Paar der darauf folgenden Session 2008/2009, Lothar (Hörning) und Ute (Heierz-Krings) zeigte eigene Klasse. Und das aktuelle Narrenprinzen-Paar ist nochmals eine Steigerung: Dirk (Kemmer) und Janine (Schmidt) haben eine starke Bühnenpräsenz, sind frei von Lampenfieber und präsentierten beim Prinzenball ihr Lied inklusive Showeinlage als flotten Einstieg in den Abend des Prinzenballs.
Das Programm Die Macher gehen kein Risiko ein und setzen auf Bewährtes: Die Band No Limit hat alles drauf, was man hören muss, um das Parkett der Tanzfläche auf Temperatur zu bringen. Da bleibt keiner hocken – egal, ob 18 oder 68. Und mit dem italienischen Classic-Pop-Trio Appassionante konnte man eh sicher sein, für Augen wie Ohren das Richtige ausgewählt zu haben.
Wer die drei glutäugigen Damen singen hört, ist garantiert angetan und wird höchstens von der ansehnlichen Optik abgelenkt. Passend zum Motto "Eine italienische Nacht" war es außerdem nur konsequent, die italienische Musik-Fattoria Ricchi e Poveri anzuheuern. Deren Hits aus den vergangenen 30 Jahren kennt jeder – echte Ohrwürmer.
Der Saal Mit großem Aufwand hatte man venezianische Straßen- und Palastansichten auf die Wände gemalt. Sehr schön, aber auch sehr teuer. Die Akustik des Raumes ist so, wie man sie von einem Hotel-Saal nicht anders erwartet – also nicht überragend. Das stört normalerweise nicht, aber bei den Arien von Appassionante dann doch.
Der Service An einem solchen Abend mit einigen hundert Gästen, denen man gleichzeitig Schampus, Wein, Wasser und womöglich auch noch was zu essen serviert, zeigt sich die Qualität der Küchen- und Service-Crew. Unterm Strich darf man zufrieden sein – von größeren Pannen war keine Rede.
Die Speisekarte Wer einen solchen Ball besucht, der rechnet nicht mit preisgünstigem Essen. Entsprechend die Karte: Ein Rumpsteak war für 26 Euro zu haben, der Rucola-Salat mit Lachs stand mit 14 Euro auf der Rechnung.
Die Tanzgarde der katholischen Jugend Die jungen Tänzer zeigten eine Hommage an das Fußball-WM-Gastgeberland Süd-Afrika: Schön, flott und spannend wie Fußball.
Die Gäste Der Prinzenball steht auf der Liste der Düsseldorfer Society-Highlights ganz oben – wer es sich leisten kann (oder leisten können muss), der ist dabei. Vor allem für die Frauen ist das der Abend, bei dem die lange Robe gezeigt werden kann. Selten sieht man in Düsseldorf so viel Eleganz, die zwar oft von großen Designern stammt, aber längst nicht immer. Unter anderem waren am Samstag dabei: Sparkassen-Chef Peter Fröhlich mit seiner Frau Helene, Flughafen-Chef Christoph Blume mit seiner Frau Renate Kölbel, Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit ihrem Mann Horst, Bürgermeisterin Gudrun Hock, Polizeipräsident Herbert Schenkelberg, Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Schulhoff, der Chef der Klüh-Gruppe, Josef Klüh, Messe-Chef Werner Dornscheidt, Air-Berlin-Chef Achim Hunold, Pelz-Designer Percy Müller.
Mehr zum Karneval in Düsseldorf finden Sie in unserem Special.
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