Er starb an einem Kölsch!: Helauluja! Närrische Trauer um den Hoppeditz
VON EVA FIEDLER - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010 - 14:55Unter lautem Wehklagen und vielen Tränen wurde am heutigen Aschermittwoch der Hoppeditz verbrannt. Die Düsseldorfer Karnevalisten erwiesen ihm mit einer würdigen Trauerfeier im Stadtmuseum die letzte Ehre.
Zahlreich hatte sich die Trauergemeinde im „Trauerhaus“, dem Stadtmuseum eingefunden. Ganz in Schwarz gekleidet, viele „Jonges“ mit Zylinder, einige „Weiter“ sogar mit schwarzem Schleier am Hut. Der Verstorbene lag bereits auf der Bühne aufgebahrt. Das Gesicht leichenblass und doch wollte es manch einer noch nicht wahrhaben, dass den Guten tatsächlich das Zeitliche gesegnet hat.
Gerade mal drei Monate dauerte das Leben des Düsseldorfer Obernarren in dieser Session. Vom 11.11. 2009 bis zum 17.02.2010 hat der Hoppeditz den Jecken in Düsseldorf viel Freude bereitet. Doch heute wird er betrauert und zu Grabe getragen. Denn: „Am Aschermittwoch, ist alles vorbei...“
„Er ist viel zu früh gestorben“, sagt Helga Hesemann vom Heimatverein der Düsseldorfer Weiter vor der Trauergemeinde. Auch das Abschiedsgebet von Pastörken Ulla Schmitz veranlasst die trauernden Jecken zu lauten „Aah“ und „Uuh-Rufen“ und zum Gebrauch der Taschentücher.
Bruno Schmelter vom Düsseldorfer Narrencollegium weiß immerhin, woran der Hoppeditz in diesem Jahr gestorben ist. Bei ihm wurde eine geheimnisvolle Flüssigkeit gefunden“, erklärt er vor versammelten Publikum. „Er trank ein Kölsch!“
Nach der Trauerfeier, in der auch dem Altbier ein letztes mal ausgiebig zugesprochen wurde, setzte sich der Trauerzug durch die Citadell-, Schulstraße und Orangeriestraße in Bewegung, begleitet von der Kapelle Werner Bendels. Vor allem die älteren Damen setzten vorsichtig einen Schritt vor den anderen, denn die Straßen sind glatt und vereist.
Vor der Einäscherung im Park des Stadtmuseums hielt Peter Weber, Oberpolier der Düsseldorfer Spiesratze e.V. 1911 eine letzte Rede. Dann geht alles ganz schnell. Unter anschwellendem Jammern und Wehklagen wird der Hoppeditz mit Spiritus übergossen und angezündet. Die Flammen lodern in den Himmel und die Überreste fallen in sich zusammen. Ein letztes Mal wird geschunkelt und gesungen, dann geht die Trauergemeinde auseinander. Zuversichtlich, dass der „Dä leve Jong“ wieder aufersteht. Am Elften im Elften.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







