Aschermittwoch: Hoppeditz geht in Flammen auf
VON JULIA PUZALOWSKI - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 - 18:21Düsseldorf (RPO). Aschermittwoch war ein trauriger Tag für alle Düsseldorfer Jecken: Denn der Hoppeditz, das Maskottchen des Karnevals, musste beerdigt werden. „Die Session war wohl zu lang, beim letzten Tango klappte er zusammen“, predigte Pastörken Ulla Groß.
Um ihm die letzte Ehre zu erweisen, schunkelte die Trauergemeinde noch ein letztes Mal in dieser Session im Ibach-Saal des Stadtmuseums, bevor sie den leblosen Hoppeditz zu Grabe trug, begleitet von erschütterten Klagelauten. Im Garten hinter dem Stadtmuseum verbrannten sie ihn – so hatte er es sich gewünscht.
Die feierliche Beerdigung des Maskottchens am Aschermittwoch markiert traditionell das Ende der Karnevalssession. Die Vereine Düsseldorfer Weiter, die Spiesratze und das Narrencollegium organisieren die Einäscherung gemeinsam mit dem Stadtmuseum in der Altstadt.
Eigentlich immer im Ibach-Saal des Museums, nur im vergangenen Jahr musste wegen des Umbaus auf einen kleinen Vorraum ausgewichen werden, der dann aus allen Nähten platzte. In diesem Jahr ging's aber wieder im Lieblingssaal der Jecken rund.
„Da sind wir sehr froh drüber“, sagte Museumsdirektorin Susanne Anna, die fleißig mitschunkelte und trauerte. Das Mehr an Platz wurde auch gebraucht, denn viele Trauernde – 222 an der Zahl, laut einer Schätzung von Weiter-Mitglied Birgid Boelke - wollten den Verstorbenen unbedingt noch einmal zu Gesicht bekommen.
Die Figur hatten die Vereinsmitglieder am Dienstagabend gebastelt: traditionell mit Kopf aus Styropor und einem Anzug, der mit Watte ausgestopft wurde. Als Wegzehrung gab's Altbier und Blutwurst, die den Anzug zierten. Am meisten litt wohl die symbolische Witwe des Hoppeditz', Helga Hesemann, die erste Vorsitzende der Düsseldorfer Weiter. „Ein Trost für mich ist nur, dass er so viele Geliebte hatte“, erklärte sie sichtlich niedergeschlagen.
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