Bissige Motivwagen: Nackte Merkel beim Rosenmontagszug
zuletzt aktualisiert: 23.02.2009 - 15:22Angela Merkel als nackte Wölfin, Jürgen Rüttgers als Skinhead und auch Papst Benedikt wurden beim Düsseldorfer Rosenmontagszug nicht verschont. Das waren wohl die größten Aufreger, als sich die 72 Prunkwagen am Mittag in Bewegung setzten. Den Zugverlauf können Sie hier noch einmal im Detail nachlesen.
Unter dem Motto "Do bes de platt" schlängelte der 6,5 Kilometer langen Zug durch die Landeshauptstadt. Mehrere hunderttausend Jecken standen am Straßenrand und jubelten den Wagen und Fußgruppen zu. Mit rund 40 Tonnen Kamelle war reichlich Wurfmaterial vorhanden.
In den Blickpunkt des Geschehens gerieten die bissigen Motivwagen des Wagenbauers Jaques Tilly, die vor allem die Reaktion der Bundesregierung auf die weltweite Wirschaftskrise zum Thema machte. Eine auf allen vieren kriechende nackte Kanzlerin Angela Merkel säugte mit ihren sechs Zitzen unter anderem Babys namens "Abwrackprämie", "Konjunkturpaket" und "Bankenhilfe".
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Tilly hatte bis zur letzten Minute dicht gehalten und nichts über seine Wagen verraten - obwohl in Köln zur gleichen Zeit eine Diskussion über einen Rosenmontagszugwagen mit der nackten Kanzlerin hochkochte. In Köln gaben die Narren schließlich nach und verpassten Merkel einen Bikini.
Ein weiterer Wagen, der Diskussionen auslösen dürfte: Den Streit um den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson stellte thematisierte Wagenbauer Tilly, indem er Papst Benedikt XVI. dem als Teufel dargestellten Bischof die Hand reichen ließ.
NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers stellten die Wagenbauer als "Skinhead gegen Obdachlose" dar - weil er die Hilfen für diese Bevölkerungsgruppe zuvor gekürzt hatte.
Auf einem anderen Düsseldorfer Wagen suchte ein breit grinsender Unternehmer Zuflucht unter einem prunkvoll verzierten Rettungsschirm - während sein kreidebleicher Kollege aus dem Mittelstand sich lediglich mit einem Schirm-Gerippe zufrieden geben muss.
Ein jämmerliches Bild gab auch ein riesiger Dinosaurier mit Namen Raubtierkapitalismus ab. Erschöpft am Boden liegend bat er auf einem Schild dringend um eine kleine Billiarden-Spende.
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