WDR-Sitzung in der ausverkauften Stadthalle: Ex-Hoppeditz schoss den Bock des Abends: TV-Karneval - einfach zum Abschalten
zuletzt aktualisiert: 09.02.2004 - 09:47Düsseldorf (RP). Wat kütt, dat kütt. Das Motto dieser Session wirkte am Ende der vierstündigen WDR-Sitzung in der ausverkauften Stadthalle wie eine närrisch verpackte Drohung. Was soll noch kommen am nächsten Freitag? Dann steht die ARD-Sitzung an. Fazit: Viele Narren lächelten am Freitag gequält und gelangweilt in die Kameras. Dafür gab es drei Gründe.
Das Programm: Ein buntes Angebot lebt nicht von Klassikern allein. Hermann Schmitz und Werner Ruhnau, die seit mehr als drei Jahrzehnten als Koffer-Duo Witze ein- und auspacken, sind Profis mit eingebautem Stimmungsbarometer. Sie wissen genau, was sie tun und lassen sollten. Das können andere nicht. Für "Die Pillhöhner" mit unsäglichem Zotengemisch und "Die Füchse" mit peinlicher Trällerei sollte es die letzte WDR-Sitzung gewesen sein. Ex-Hoppeditz Jürgen Hilger-Höltgen brillierte sprachlich als "Bergischer Löwe" - schoss aber auch den Bock des Abends. Da redete er über die, "die ihre Kröten in Luxemburg haben". Pause. "Guten Abend, Herr Erwin." Unpassend, geschmacklos, die Privatsphäre verletzend. CC-Geschäftsführer Jürgen Rieck soll ihn hinter der Bühne zusammengefaltet haben. Da war schon alles zu spät.
Wie ein Fremdkörper musste sich die Tanzgarde Esslingen vorkommen, die tollen Gardetanz und eine kreative Internet-Persiflage zeigte. Buchstäblich herausragend.
Der Moderator: CC-Vizepräsident Michael Laumen hatte eine Woche Zeit, sich auf den Abend vorzubereiten. Er spulte seine Texte herunter. Was fehlte, waren Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit und spontaner Witz. All dies steckt im so genannten Pagalies-Gen. Der CC-Präsident - fürwahr ein Unikum.
Die Traditionen: Viele Narren gehen zur WDR- und ARD-Sitzung, weil es immer so war. Man trifft sich, man sieht sich, man feiert und lacht auch. Doch der Inhalt und die Verpackung sind antiquiert. Was die Esslinger Mädchen zeigten, war ein Element der aktuellen Zeit. Flott, ideenreich. Da hat man sich Gedanken gemacht. Das CC muss neue Wege gehen und sich von einigen Nummern trennen - auf "Nimmerwiedersehen". Das ist die einzige Chance für eine neue Qualität im TV-Karneval.
Von Norbert Kleeberg
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