Karnevalisten wollen beim Frohsinn Tsunami-Opfer nicht vergessen: Wer feiern kann, der kann auch spenden
zuletzt aktualisiert: 25.01.2005 - 11:05Düsseldorf (dto). Vor dem Hintergrund der Tsunami-Katsastrophe in Südasien, sieht der offizielle Düsseldorfer Karneval keinen Widerspruch zwischen Feiern und der Hilfe für Menschen in Not. Mit Blick auf die Katastrophe in Südasien unterstreicht der Sprecher vom Comitee Düsseldorfer Carneval, Bernd Jost, dass Karneval schließlich die Aufgabe habe, ein Ventil für die Ängste und Sorgen der Menschen zu sein. "Humor und Frohsinn sollen Sorgen überbrücken."
Privatspenden aus den Reihen des Prinzenclubs und eine spontane Benefizveranstaltung vor dem Rathaus vor 14 Tagen erbrachten rund 10.500 Euro zu Gunsten der Flutopfer. Eine Gesamtaktion wie in Köln gebe es zwar nicht, aber die einzelnen Vereine hätten ihre eigenen Spendenaufrufe gestartet.
"Wir wollen wir auch an die Menschen denken, die alles verloren haben", sagt die Sprecherin des Festkomitees des Kölner Karnevals von 1823, Sigrid Krebs. "Wer feiern kann, der kann auch spenden" lautet das Motto der gemeinsamen Aktion des Kölner Festkomitees und KölnKongress, dem Betreiber der vier Hauptfestsäle in Köln. Unübersehbar große Spendenboxen - 2,50 Meter mal 1,50 Meter - sind dort platziert. Insgesamt rund 100.000 Gäste werden zu den Sitzungen der diesjährigen "Session" erwartet. Wenn jeder mindestens einen Euro spende, dann käme ein sechsstelliger Betrag für das Bündnis "Deutschland hilft" zusammen, hofft Krebs. Eine vollständige Absage des Karnevals auf Grund der Katastrophe, bei der mindestens 200.000 Menschen ihr Leben verloren, habe nicht zur Überlegung gestanden, betont sie.
Noch beim Golfkrieg 1991, als eine Allianz unter der Führung der USA einen Krieg begann, der irakische Invasoren aus Kuwait zurückdrängen sollte, wurden die offiziellen Karnevalsumzüge in Düsseldorf, Köln und anderen Karnevalshochburgen des Landes abgesagt. Eine Überreaktion, urteilten rückblickend Vertreter des offiziellen Karnevals. Leider werde immer irgendwo auf der Welt Krieg geführt oder sorge eine Naturkatastrophe für Elend und Leid.
Der Aachener Karnevalsverein (AKV) kündigte an, in dieser Session 11,11 Prozent des Umsatzes zu spenden, der am Abend der Festsitzung zur Ordensverleihung "Wider den tierischen Ernst". AKV-Präsident Dieter Bischoff rechnet mit einer fünfstelligen Summe und weist darauf hin, dass sich der Verein nicht nur bei der aktuellen Notlage in der Verantwortung sehe: Mit der Königstein-Stiftung widmet sich der Verein nach eigenen Angaben bedürftigen Aachenern.
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