Konzert am 2. Dezember im Robert-Schumann-Saal: Katja Riemann jazzt für Geisteskranke
zuletzt aktualisiert: 01.12.2003 - 19:04Düsseldorf (dto). Schauspielerin Katja Riemann hatte ihr musikalisches Debüt in Düsseldorf bereits während der Jazz Rally 2003 Ende Juni. Sie und ihr 'Katja Riemann Oktett' wurden im Konzertzelt auf dem Burgplatz begeistert gefeiert. Auch die Riemann war begeistert und versprach, wieder nach Düsseldorf zu kommen. Jetzt löst sie ihr Versprechen mit einem Benefiz-Konzert am 2. Dezember.
Die 40-jährige Katja Riemann engagiert sich für Geisteskranke. Psychische Krankheiten seien zu Unrecht "mit Scham und Schuld behaftet", sagte sie am Dienstag in Düsseldorf. Für die bessere Akzeptanz psychisch Kranker will sie ein Jazz-Benefiz-Konzert im Robert-Schumann-Saal geben. Sie wäre auch an einer Filmrolle als Geisteskranke interessiert, sagte sie, aber: "Was im Kino zieht, sind Action- oder Teeniefilme".
Katja singt
Nach Kinoerfolgen wie "Abgeschminkt", "Der bewegte Mann" oder "Bandits", stürzte sich Katja Riemann mit ganzer Kraft auf ihre zweite Passion - die Musik. Am Anfang ihrer musikalischen Karriere stand wohl bereits im Jahr 1997 die Arbeit zum Soundtrack von "Bandits". In dem Film spielt Katja Riemann die Emma, die mit Luna (Jasmin Tabatabai), Angel (Nicolette Krebitz) und Marie (Jutta Hoffmann) im Gefängnis sitzt. Die vier weibliche Knackis können nicht unterschiedlicher sein können. Eines jedoch verbindet das Damenquartett: ihre Liebe zur Musik. Sie bilden eine Band und werden prompt gefördert. Was bei der Berichterstattung über den Film meist unter den Tisch fiel, war die Tatsache, dass Katja Riemann auch an der Musik zum Film mit gearbeitet hatte. Der Soundtrack jedenfalls verkaufte sich so gut, dass es zu goldenen Platte reichte.
Im November 2000 veröffentlichte die Riemann dann ihr Debüt-Album "Nachtblende" (Foto oben). Im Februar 2003 stellte sie auf der Berlinale ihr Oktett vor, mit dem sie in diesem Jahr zur Jazz Rally nach Düsseldorf kommt. Bei ihrem Live-Debüt begeisterte sie auch Nina Hagen (Foto). Kein Wunder, denn die Besetzung des Katja Riemann Oktetts ist exquisit. Neben Pianist Schmidt, der Rhythmusgruppe Andreas Henze (Kontrabass) und Christian Thomé (Schlagzeug) gehören Trompeter Michael Merkelbach, Gitarrist Christian Kögel, Cellistin Anna-Susann Hammer und die Sängerin Angela Chinyere Ordu zum Riemann Oktett.
Mit swingender Bebop und purem Pop, groovendem Reggae und Dancebeats ohne jegliche Elektronik sorgt das Oktett für stilistische Wechselbäder der wohligen Art. Hier ein Quentchen Joni Mitchell, da eine Prise Tori Amos, dazu Standards wie "Fly Me To The Moon" oder "My Funny Valentine". Außerdem singt sie eigene oder gemeinsam mit Bruder Jochen oder Kollegin und Freundin Jasmin Tabatabai ausgeheckte Kompositionen.
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