Simon-Häuser: Kein Denkmalschutz an der Kö
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 31.08.2006 - 12:35Düsseldorf (RP). Die Stadt hat mit dem Versuch, die Neubaupläne für die beiden ehemaligen Simonhäuser an der Königsallee mit Hilfe des Denkmalschutzes zu vereiteln, Schiffbruch erlitten. Ihre Argumentation, das Haus Nummer 78 sei mit seiner Sandstein-Fassade aus der Jahrhundertwende eines der letzten seiner Art an der Einkaufsmeile, fand bei der zuständigen Denkmalbehörde kein Gehör. Die Centrum Grundstücksgesellschaft ist mit ihrem Anliegen, die Kö-Häuser 76 und 78 abzureißen und durch zwei neue Geschäftsbauten zu ersetzen, dennoch nicht weiter gekommen. Die Stadt hat den vorgelegten Bauantrag abgelehnt. Das nächste Wort in diesem seit Monaten schwebenden Verfahren spricht nun die Bezirksregierung. Erfahrungsgemäß lässt diese sich damit drei bis vier Monate lang Zeit.
Die Absichten des neuen Eigentümers der beiden Häuser hatten Oberbürgermeister Erwin Anfang des Jahres aus zwei Gründen auf den Plan gerufen: Zum einen befürchtete er angesichts der im Entwurf vorgelegten Fassadengestaltung eine optische Beeinträchtigung des „Ensembles Königsallee“. Zum anderen lehnte er ein damals auf der Centrum-Internetseite angekündigtes Engagement der Textilhäuser H&M und Esprit mit der Begründung ab, sie passten nicht zum Anspruch der Kö als unverwechselbare Einkaufsstraße luxuriösen Zuschnitts. Erwin stand mit dieser These nicht alleine da. Auch CDU-Fraktionschef Dirk Elbers sprach in diesem Zusammenhang von „riesigen Glaskästen“ und einer „einzigen Katastrophe“.
In der Auseinandersetzung um den Abriss der beiden Häuser sind die Fronten seit den Tagen der ersten Bauvoranfrage klar abgesteckt. Planungsdezernent Gregor Bonin wiederholte gestern seine bereits Anfang des Jahres gegebene Begründung für eine Ablehnung: „Eine fast hundertprozentige Ausnutzung des Grundstücks im hintereren Bereich kommt für uns nicht in Frage.“ Bonin kritisierte damals schon, dass der Investor Größenordnungen „ohne Rücksicht auf die sensible Lage an der Kö“ unterbringen wolle. „Zu viel Masse, die sich nach hinten bis zur Huschberger Straße fortsetzt“. Nachdem die Verhandlungen zwischen der Grundstücksgesellschaft und der Stadt zu keinem Ergebnis geführt hatten und auch der offizielle Bauantrag unter Hinweise auf den Umfang des Projektes negativ beschieden wurde, ist Centrum ins Widerspruchverfahren gegangen.
Anders verhält es sich mit dem zweiten geplanten Neubauprojekt an der Kö. Nachdem die Stadt auch im Fall der Fassadengestaltung des Bekleidungshauses Heinemann vom Landeskonservator eine Absage bekam, führten die weiteren Verhandlungen zu einem Ergebnis, das im Rathaus mitgetragen wird.
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