Kulturpolitiker wollen warten: Kein Platz für Immendorff
zuletzt aktualisiert: 18.09.2007Düsseldorf (RPO). Das geht den Kulturpolitikern alles viel zu schnell. Wenn man den im Mai verstorbenen Künstler Jörg Immendorff ehren wolle, sollte dies mit einem gewissen Abstand geschehen. Das jedenfalls meint Friedrich G. Conzen (CDU), und diese Position habe mit einer inhaltlichen Bewertung dessen Schaffens nichts zu tun.
Das Wort des Vorsitzenden des Kulturausschusses hat Gewicht – und so verkniff es sich FDP-Politikerin Veronika Dübgen, weiter zu bohren. Zwar missfällt den Liberalen, dass Immendorffs Werk noch nicht in größerem Rahmen gewürdigt worden sei; aber einen als aussichtslos erscheinenden Kampf will sie deshalb nicht führen.
Den Grünen ist es rätselhaft, wieso die FDP es so eilig hat mit dem Gedenken. „Es gibt nicht nur Immendorff“, sagte deren Sprecher Toni Mörger. Ihm fielen etliche andere verstorbene Künstler ein, die es verdienten, geehrt zu werden. Beispielsweise der Fotograf Bernd Becher. Nach ihm müsse man eher eine Straße oder einen Platz benennen als nach Immendorff.
Keine weitere Bilder-Schau
Allerdings: Die Akademie-Galerie habe Bereitschaft signalisiert, die Politiker einzuladen. Dann soll über das Selbstverständnis der Galerie am Burgplatz gesprochen werden. Denn die FDP hatte sich auch darüber empört, dass die Kunstakademie keine Anstalten mache, ein sichtbares Gedenken an ihren langjährigen Leiter zu bewahren.
Kulturdezernent Hans-Georg Lohe erteilte Hoffnungen auf eine umfassende Immendorff-Schau in einem der städtischen Museen ebenfalls eine Absage. Immerhin: Die Stadtsparkasse stelle ein Immendorff-Werk als Dauerleihgabe zur Verfügung.
Jörg Immendorff war am 28. Mai im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer tödlichen Nervenkrankheit gestorben.
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