Geplant: Keine Events während der Fußball-WM
VON STEFAN FELTEN - zuletzt aktualisiert: 13.09.2005 - 15:28Düsseldorf (dto). Düsseldorf feiert gerne und viel, doch im kommenden Jahr soll zumindest während der Fußball-WM 'Schluss mit Lustig' sein. Die Stadt Düsseldorf will in der Zeit vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2006 keine Großveranstaltungen genehmigen. Das umstrittene Feierverbot wurde am Dienstagmorgen von der Verwaltungskonferenz der Stadtverwaltung noch einmal bestätigt. Schon länger ist klar, dass es aus Sicherheitsgründen während der WM keine Großbildleinwand am Burgplatz geben wird.
Betroffen von einem Feierverbot zur WM wären vor allem die von der Destination Düsseldorf veranstaltete Jazz Rally sowie deren Frankreichfest und die Mittsommernacht des Altstadt Marketings. Ob auch Veranstaltungen wie das Radschlägerturnier oder der Bücherbummel an der Kö oder das Pendent an der Rheinuferpromenade betroffen sind, ist unklar. "Wir werden jetzt mit den Veranstaltern sprechen und eine hoffentlich einvernehmliche Lösung finden", so Stadtprecher Kai Schumacher auf Anfrage von RP Online. Als Alternativ-Termine sind jetzt das letzte Mai- und das erste Juni-Wochenende vorgeschlagen. Die Termine sind allerdings für die Mittsommernacht und auch das im Umfeld des französischen Nationalfeiertags stattfindende Frankreichfest kaum möglich.
Schumacher dementierte gleichzeitig Berichte, dass das WM-Feierverbot allein nach Gesprächen zwischen dem Ordnungsdezernat, der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH sowie der Feuerwehr entschieden worden sei. Vielmehr habe die Polizei empfohlen, aufgrund der nicht abschätzbaren Sicherheitslage während der WM auf Großveranstaltungen zu verzichten. Erst nach dieser Empfehlung habe sich die Stadt entschieden, während der WM 2006 keine größeren Veranstaltungen zu genehmigen. "Wir meinen damit natürlich nicht, dass in Düsseldorf keine Veranstaltungen während der WM stattfinden sollen", bestätigt Polizei-Pressesprecher Andreas Czogalla, denn "wir stehen für ein friedliches Nebeneinander von Fußballfans und anderen Besuchern der Stadt." Dennoch sollten Veranstaltungen, die auch auf einen anderen anderen Zeitpunkt verlegt werden könnten, verschoben werden.
„Sollte es zu Ausschreitungen zwischen den Fußballfans kommen, könnte auch die Reputation von Veranstaltungen wie der Jazz Rally darunter leiden“, wird Herbert Windhövel, Referent des städtischen Ordnungsdezernenten, in einem Zeitungsinterview zitiert. Karl Heinz Eiffler vom Düsseldorfer Altstadt Marketing bemüht da eher das Motto der Fußball-WM 'Die Welt zu Gast bei Freunden'. "Ich werde alles dafür tun, dass sich Düsseldorf auch während der Weltmeisterschaft als weltoffene Stadt präsentiert."
Veranstalter müssen umplanen
Eiffler kann sich keinen anderen Termin für das Mittsommernachts-Event vorstellen, als das Wochenende nach der Sommersonnenwende (24./25. Juli). "In Gesprächen mit der Stadt werden wir versuchen, den Termin weiterhin zu halten, aber Teile des Events möglicherweise zu verschieben". Dazu könnte zum Beispiel die so genannte 'Längste Tafel' an der Rheinuferprommenade gehören. "Bei den Museen und Galerien, die zur Mittsommernacht bis nach Mitternacht geöffnet haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass die als Ort für Hooligan-Randale interessant sein könnten." Auch die längeren Landenöffnungzeiten in der Stadt sieht Eiffler als unkritisch und kann sich "nach dem ersten Schreck" auch eine Mittsommernacht Light vorstellen, einen Verzicht aber nicht.
Boris Neisser von der Destination Düsseldorf, die die Jazz Rally und den das Frankreichfest veranstaltet, war einer der ersten, der von dem Feierverbot am vergangenen Freitag erfahren hat. Er kann mit der Entscheidung der Stadt leben, sagt aber "es wäre schön gewesen, wenn wir zeitnah informiert worden wären und nicht erst, als wir unsere Veranstaltungen anmelden wollten." Das Frankreichfest von Anfang Juli auf Ende Mai vorzuverlegen kann er sich wegen der erforderlichen Nähe zum französischen Nationalfeiertag aber nicht vorstellen. Nach dem Wunschtermin 8./9. steht die Kirmes im Wege. Im Falle des Frankreichfestes hält aber sogar Polizeisprecher Czogalla eine Verlegung eigentlich für unnötig.
Bei der Jazz Rally laufe derzeit alles auf das erste Juni-Wochenende hinaus. Auch mit einzelnen Künstlern sei schon gesprochen worden. An dem Wochenende laufe zwar auch das Moers Jazz Festival und Rock am Ring, "Events die aber ein anderes Publikum ansprechen würden", so Neisser. Das letzte Maiwochenende komme wegen der "befreundeten" Hildener Jazztage nicht in Frage. Nach Gesprächen mit Hauptsponsor Vodafone und der Vorstandssitzung der Destination am Freitag würden Termine für beide Veranstaltungen in der kommenden Woche festgelegt. "Stattfinden werden sie auf jeden Fall", so Neisser.
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