Kö-Lauf 2010: Kenianer auf Rekordjagd
zuletzt aktualisiert: 05.09.2010 - 17:59Trainingshosen und Turnschuhe statt Haute Couture und Highheels. Einmal im Jahr verdrängen die Sport- die Kaufwütigen von der Königsallee, um beim traditionellen Kö-Lauf teilzunehmen. Mehr als 4000 Läufer gingen in diesem Jahr an den Start und auf Rekordjagd.
Denn so schnell war bisher noch keiner auf Deutschlands Straßen unterwegs. Zumindest zu Fuß. Nur 27 Minuten und 43 Sekunden brauchte Daniel Chebii beim 23. Kö-Lauf in Düsseldorf für zehn Kilometer. Neuer Deutschlandrekord und zwölf Sekunden weniger als der bisherige Streckenrekord. Eine Ewigkeit in Läuferkreisen und somit eine kleine Sensation.
Gerechnet hatte damit wohl niemand. Noch zu Beginn des seit vergangenem Jahr in Joachim-Erwin-Erinnerungslauf unbenannten Rennens über zehn Kilometer versprachen die Organistoren sogar einen harten Kampf zwischen Österreich und Kenia. Doch der mitfavorisierte Günther Weidlinger schwächelte bereits nach der ersten Runde.
"Ich hatte gehofft, dass ich mit den Kenianern mithalten kann, aber ich bin zur Zeit nicht in Höchstform", so der Europameisterschaftsteilnehmer im Marathon. "Um bei einem solchen Wettbewerb auf das Treppchen zu kommen, musst du den Kilometer schon in unter 3 Minuten schaffen." So musste er die kenianischen Teilnehmer an sich vorbei ziehen lassen.
Allen voran natürlich Chebii, der seinen Abstand kontinuierlich ausbauen konnte und kaum zu halten war. Schnell avancierte der Läufer mit der Startnummer 2 zum Publikumsliebling. Dicht gefolgt von Caroline Chepkwony, die als schnellste Frau unter tosendem Applaus der sich zahlreich eingefundenen Zuschauer ins Ziel ging. Gestoppt wurde die Siegesserie der Kenianer lediglich von der Polin Karolina Jarzynska auf Platz 2, gefolgt von Tabitha Gichia.
Dass ausgerechnet der schnellste Mann bei der Siegerehrung alle warten ließ und zwischenzeitlich als verschollen galt, nahmen die Zuschauer lachend hin. Am Ende fand Chebii aber doch noch seinen Weg zu Treppchen und positionierte sich zwischen seine Landsmänner Patrick Kimeli und Schadrack Kemboi.
Doch auch wer bei Zeiten unter 40 Minuten nur ins Staunen geriet, durfte seine Fitness abseits der Königsdisziplin getrost unter Beweis stellen. In 9 weiteren Rennen, aufgeteilt nach Altersstufen und Bestzeit, konnten selbst die Kleinsten im Bambini-, Schüler und Jugendlauf sowie als Hobbysportler ihr Bestes geben. Dabei sein ist schließlich alles.
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