50 Jahre als Erzieherin: Kinder lieben Oma Leni
VON JULIA PUZALOWSKI - zuletzt aktualisiert: 25.04.2010 - 10:11Düsseldorf (RPO). 50 Jahre hat Rosa Lena Beck-Zimmermann in verschiedenen Kindergärten in Düsseldorf als Erzieherin gearbeitet. Weil sie stets einen persönlichen Draht zu Kindern und Eltern hatte, hat sie mit vielen noch heute Kontakt. Die kommen sie oft in ihrem Geschäft besuchen.
Bald ist es ein halbes Jahrhundert her: Am 2. Mai 1960 startete Rosa Lena Beck-Zimmermann (heute 69) ins Berufsleben als Erzieherin. In sechs verschiedenen Düsseldorfer Kitas war sie seitdem angestellt. Mal ging sie im Guten, mal im Schlechten. Doch für die Kinder war sie immer da. Noch heute bekommt die sanftmütige Frau mit dem freundlichen Brillengesicht deshalb täglich Besuch von teils schon erwachsenen Kindern.
Mit Heirat endete früher der Beruf
Es begann alles im Bonifatius Kindergarten in Bilk, wo sie gleich nach ihrer Ausbildung eine Stelle bekam. Für Beck-Zimmermann, die in einem kleinen Dorf bei Limburg aufgewachsen war, bedeutete das den Sprung ins aufregende Stadt-Leben. "Düsseldorf hat mich als Modestadt fasziniert, weil ich mich auch immer gerne chic gemacht habe", erzählt die schlanke Frau, die auch heute noch ihre Kleidung sorgfältig auswählt. Im Bonifatius Kindergarten blieb sie, bis sie 1962 heiratete. Dann verlor sie die Stelle, weil auf Ehe damals normalerweise Mutterschaft und somit das Ende des Berufslebens zu folgen hatten. "Das kann heute niemand mehr verstehen, aber es war so üblich", erklärt die Katholikin.
Ein Schicksalsschlag brachte sie jedoch zurück ins Berufsleben: Ein Arzt stellte fest, dass sie keine Kinder bekommen könne. Es folgten Anstellungen bei mehreren Kindergärten. "Das war damals ganz einfach, eine neue Stelle zu bekommen. Ich habe ein Lied vorgesungen, und schon haben sie mich genommen." Schließlich übernahm sie die Leitung in der Kita St. Peter in Bilk. Hermann-Josef Schmitz, heute Pfarrer in Kaiserswerth, organisierte mit ihr in den 70ern in Bilk Gottesdienste für Kinder. "Sie war eine unkomplizierte Frau, die ein Händchen für Kinder hatte", erinnert er sich gerne. Auch Usch Müller-Soppart kennt die ehemalige Erzieherin aus der St.-Peter-Zeit, ihre beiden Kinder gingen in die Einrichtung. "Noch heute besuchen meine Kinder die Leni, wenn sie in Düsseldorf sind", erzählt die Mutter. Diese "Kinder" sind heute über 40 Jahre alt.
Ein einschneidendes Erlebnis war es für Beck-Zimmermann, als sie ihre Stelle als Leiterin im Petrus Canisius Kindergarten verlor, weil dem Erzbistum in Köln 1988 nicht passte, dass die Katholikin sich zwischenzeitlich hatte scheiden lassen. "Das war für mich eine schwere Zeit", erinnert sie sich mit einem traurigen Blick. Kraft gab ihr die Liebe zu ihrem zweiten Mann, mit dem sie heute ein gemeinsames Raumausstattungsgeschäft in Lohausen führt. Das ist jetzt Anlaufpunkt für ihre vielen Besucher. Wenn sie Freizeit hat, schreibt sie gern Gedichte für jeden, der ihr nahe steht, näht Zierkissen oder stickt. Bis vor kurzem half sie außerdem ehrenamtlich im "Weißdörnchen", einer Kita in Lohausen. Da lernte sie auch die dreijährige Lola kennen, die keine Großeltern mehr hat. Jetzt ist Beck-Zimmermann Lolas Ersatzgroßmutter – Oma Leni nennt die Kleine sie.
Vieles hat sich seit 1960 verändert. Dass die Kinder in manchen Kitas schon Englisch lernen, findet die Rentnerin übertrieben. Sie begrüßt dagegen, dass viele Einrichtungen gemischte Gruppen für kleine und große Kinder haben. "Die Kleinen können von den Großen lernen und die kümmern sich um die Kleinen. Das fördert das Sozialverhalten", hat sie beobachtet.
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