Juni 2004: Kirmes, Japantag und die Europawahl
zuletzt aktualisiert: 13.12.2004 - 16:44Düsseldorf (dto). Intendantenwechsel am Theater, Kirmes auf den Rheinwiesen, schrille Drag-Queens am Schadowplatz und ein bombastisches Feuerwerk beim Japanfest - Düsseldorf stand im Juni ganz im Zeichen des Brauchtums und kultureller Veranstaltungen. Die Europawahl bestimmte die Politik und der Mannesmann-Prozess näherte sich seinem Ende.
Die Grünen (16,2%) und die FDP (9,9%) sind in Düsseldorf die Gewinner der Europawahl. Beide konnten ihren Stimmanteil gegenüber 1999 verdoppeln. Die CDU blieb mit 41,2% zwar stärkste Kraft, büßte aber 5,4 Punkte ein. Die SPD fuhr mit lediglich 23 Prozent das schlechteste Ergebnis nach dem Krieg ein. Düsseldorf stellt zwei EU-Abgeordnete.
Im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess forderte die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen sowie Bewährungsstrafen für die angeklagten Spitzenmanager und Gewerkschaftsfunktionäre. Die Ermittler werfen den Angklagten wegen der Genehmigung von millionenschweren Vergütungen im Zuge der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone besonders schwere Untreue und Beihilfe dazu vor. Erst im Juli wurde das Urteil gesprochen.
Im Düsseldorfer Schauspielhaus kündigten sich Veränderungen an. Oberbürgermeister Joachim Erwin und Kulturminister Dr. Michael gaben im Rathaus bekannt, dass Amélie Niermeyer mit Beginn der Spielzeit 2006/07 neue Intendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses wird. Sie wird die noch amtierende Intendantin Anna Badora ablösen. Amélie Niermeyer, 1965 in Bonn geboren, gab ihr Regiedebüt 1990 beim Bayerischen Staatsschauspiel in München und ist bis zu ihrer Amtszeit in Düsseldorf im Schauspielhaus in Nürnberg beschäftigt.
Neben der Weltpremiere Cyber Space gab es nur wenig Veränderung beim Düsseldorfer Schützenfest, der größten Kirmes am Rhein. Regen, Regen, Regen - rund vier Millionen Besucher kamen trotzdem zur Oberkasseler Rheinwiese. Die 330 teilnehmenden Schausteller waren mit dem Verlauf der neuntägigen Veranstaltung jedenfalls zufrieden.
Japaner und Schweule feiern am gleichen Wochenende
Mit einem knapp halbstündigen original japanischen Feuerwerk ging der traditionelle Japantag in Düsseldorf zu Ende. Nach Angaben der Veranstalter haben rund eine Million Besucher das Kultur- und Begegnungsfest in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt miterlebt. Der Japantag wurde bereits zum dritten Mal in Folge gefeiert ud ist bereits zu einem traditionellem Fest in der Landeshauptstadt geworden.
Zeitgleich feierten Lesben, Schwule und schrille Drag-Queens in Fantasiekostümen und grandios geschmückte Wagen den Christopher Street Day zum ersten Mal in Düsseldorf. Viele Düsseldorfer wollen sehen, wie die Schulen und Lesben diesen Tag feiern. Obwohl im Jahr 2005 die Veranstaltung erneut stattfinden soll, gibt es bisher noch keine Termineinigung zwischen Stadt und den Veranstaltern.
Prominenten Besuch bekam Düsseldorf von einem Schauspieler. Til Schweiger kam zu Dreharbeiten nach Düsseldorf. Bei dem Film "Barfuss" ist Schweiger gleichzeitig Produzent, Regisseur und Darsteller. Gedreht wurde zwischen Stein- und Königstraße und auf der Königsallee.
Barfuss noch am Strand in der Karibik, ging es für einen 39-jährigen Niederländer wegen schweren Raubes im Juni in den Knast. Das Düsseldorfer Landgericht sprach im Prozess um einen Überfall auf ein Geldtransportunternehmen aus dem Jahr 1992 das Urteil und verurteilte den 39-Jährigen zu fünf Jahre Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte gemeinsam mit mehreren Komplizen vor 12 Jahren ein Geldtransportunternehmen in Düsseldorf überfallen hatte. Er war damals zusammen mit seiner Freundin aus Viersen und der Millionenbeute in die Karibik geflüchtet. Erbeutet wurden 3,3 Millionen Mark.
Auch auf große Fahrt machte sich ein ganz allein allerdings ein Hund in Gerresheim. Am frühen Morgen stieg er in die S-Bahn in Richtung Hauptbahnhof. Dort stieg er aus, aber statt in die weite Welt zu fahren, wurde er von Beamten des Bundesgrenzschutz in Empfang genommen. Danach wanderte der Vierbeiner zunächst ins Tierheim.
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