Interview mit Kirmesarchitekt König: "Für Familien gibt es Rabatte"
VON BIRGIT WANNINGER FÜHRTE DAS GESPRÄCH - zuletzt aktualisiert: 07.07.2008Düsseldorf (RPO). Thomas König, Kirmesarchitekt der Größten Kirmes am Rhein über Neuheiten, Bierzelte, Zeltwirte und Schausteller, die Sicherheit auf den Rheinwiesen sowie über die Möglichkeiten für Eltern und Kinder, sich auf dem Volksfest zu vergnügen.
Nur noch wenige Tage bis zur Eröffnung der Kirmes. Nervös?
König Klar. Immer, bis es endlich losgeht. Zumal, was selten passiert ist, dieses Jahr vier Schausteller kurzfristig abgesagt haben.
Warum? Ist der Platz so schlecht?
König Am Platz kann es nicht liegen. Nach Schausteller-Angaben ist er der schönste bundesweit. Sie nennen unsere Kirmes die Königin der Volksfeste. Nein, es sind persönliche Gründe, zum Teil familiäre Schicksale, die zu den Absagen führten.
Wie lange haben Sie gebraucht, um die Lücken zu füllen?
König Zwei Minuten.
Das müssen Sie näher erklären.
König Die Bewerberliste ist lang. 1300 Schausteller stehen Schlange und warten auf ihre Chance, schließlich haben wir nur Platz für 330 Schausteller.
Und Sie schaffen es, das einige von den 330 Neuheiten auf die Rheinwiese bringen.
König Sicher, ein Festplatz dieser Größe muss Neuheiten auf einen Platz mit 160.000 Quadratmetern präsentieren. Und dies, obwohl wir alljährlich die Crème de la Crème der Schausteller verpflichten können.
Und was gibt es an Neuheiten?
König XXL, die größte und schnellste Schaukel der Welt, Star Flyer II, ein Ketten-Karussell, das sich in 50 Meter Höhe dreht, Haunted Mansion...
Haunted Mansion? Was ist das?
König Ich weiß, die englischen Namen machen auch vor den Schaustellern nicht Halt. Haunted Mansion heißt verwünschtes Anwesen und steht für eine super moderne Geisterbahn. Und die ist natürlich für die ganze Familie geeignet.
Damit sind wir beim Thema „familienfreundlich“. Damit werben Sie. Das ist der Slogan für die Größte Kirmes am Rhein.
König Klar, für uns kann ein Volksfest nur funktionieren, wenn es für die ganze Familie ausgerichtet ist. Familie ist und bleibt unsere Zielgruppe, die wir vorrangig ansprechen wollen.
Sie sagen, Sie sind familienfreundlich. Aber ein Ausflug einer vierköpfigen Familie auf die Kirmes kann ganz schön teuer werden.
König Kann, muss aber nicht. Erstens sind die Preise für die Karussells seit Jahren konstant. Zweitens bieten zahlreiche Fahrgeschäftsbetriebe Rabatte an.
Können Sie ein paar Beispiele nennen?
König Beim Riesenrad gibt es ein Familienticket. Bei anderen Fahrgeschäften kauft man fünf Tickets zum Preis von vier.
Gibt es auch Prozente bei den Imbissbuden?
König Nein, das gibt es in der Gastronomie auch nicht. Aber wir sind froh, dass sich die Preisentwicklung trotz gestiegener Nebenkosten stabil hält.
Was würden Sie als Vater zweier Jungen einer vierköpfigen Familie bei einem Kirmesbesuch empfehlen?
König Erst einmal das Abstellen des Autos am Messeparkplatz, um dann mit dem Pendelbus nach Oberkassel zu fahren. Oder gleich mit der Rheinbahn anreisen. Das weitere Geschehen ist wetterabhängig.
Dann gehen wir von schönem Wetter aus.
König Dann natürlich die Wildwasserbahnen. Außerdem dürfen die Kinder aus dem umfangreichen Angebot drei Fahrgeschäfte auswählen.
Und danach haben die Kinder Hunger.
König Stimmt. Aber hier sollten sich die Eltern durchsetzen. Wir haben traditionelle Kirmesleckereien wie Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und Eis mit Schokoladenüberzug. Um was Deftiges zu essen und etwas zu trinken, dafür haben wir wunderschöne Eckchen zum Erholen und Entspannen.
Ruhige Ecken? Kirmes ist doch immer laut?
König Natürlich geht es auf der Kirmes nicht immer leise zu. Trotzdem müssen wir respektieren, dass die Anwohner während der neun Tage ihre Nachtruhe brauchen.
Gab es da nicht vergangenes Jahr Ärger wegen des Lärms?
König Dieses Problem haben wir im Vorfeld gelöst und die entsprechenden Brauereien vorab sensibilisiert.
Sie haben einigen der Zeltbetreiber die Gelbe Karte gezeigt.
König Ja. Wir legen Wert darauf, dass unsere Vorgaben von allen Partner eingehalten werden.
Dann kann sich doch niemand beschweren. Denn die Kirmes gilt doch auch als friedlichste.
König Darauf sind wir besonders stolz. Gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr haben wir ein Sicherheitskonzept erarbeitet, mit dem sich jeder Besucher zu jeder Zeit auf dem Festplatz sicher fühlen kann.
Eine kühne Behauptung. Können Sie die belegen?
König Die Zahlen der vergangenen Jahre sprechen für sich. 2007 hatten wir bei mehr als vier Millionen Besuchern zwei Raubdelikte, neun Taschendiebstähle, drei Diebstähle aus Autos, keinen Autodiebstahl, keine Festnahme, und lediglich vier Menschen wurden in Gewahrsam genommen.
Also eine familienfreundliche und friedliche Kirmes?
König Ja, und wenn das Wetter mitspielt, auch wieder eine erfolgreiche, mit der nicht nur der St. Sebastianus Schützenverein von 1316 als Veranstalter, sondern auch die Schausteller zufrieden sein können.
Ein Special mit vielen Berichten zur Größten Kirmes am Rhein finden Sie hier.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
