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Zwischenfall am Freitag: Gefährliches Gedränge auf der Kirmes

VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 24.07.2011 - 19:21

Düsseldorf (RP). "Die Größte Kirmes am Rhein war dieses Jahr auch die nasseste", bilanziert Schützenchef Lothar Inden. Obwohl die Veranstaltung einen Tag länger war als im Vorjahr, gab es weniger Besucher. Am Freitag war es zu einem Gedränge gekommen. Das Sicherheitskonzept konnte einen Unfall verhindern.



Kirmes zeitweise überfüllt

Nach neun Tagen ist die Größte Kirmes am Rhein zu Ende gegangen. Die Veranstalter zogen Bilanz.

Besucherzahlen

Bis zum Nachmittag des letzten Kirmestages haben die Veranstalter 3,4 Millionen Besucher auf der Kirmes gezählt, wie Kirmesarchitekt Thomas König am Sonntag  mitteilte. Damit bleibt die Zahl deutlich hinter den Werten der Vorjahre zurück. Im Durchschnitt hatten in den vergangenen zehn Jahren stets mehr als vier Millionen Menschen die Düsseldorfer Kirmes besucht.

Schützenchef Lothar Inden macht dafür vor allem das schlechte Wetter verantwortlich. „Das war eine Herbstkirmes im Juli“, sagte Inden. „Unser Hauptpublikum sind Familien. Und die bleiben zu Hause, wenn es kalt und regnerisch ist“, ergänzte König. Die schlechtesten Tage seien Montag und Dienstag gewesen. Das letzte Kirmeswochenende sei noch zusätzlich durch eine Unwetterwarnung belastet gewesen.

Gedränge am Freitag

Entgegen dem allgemeinen Trend waren am Freitag überdurchschnittlich viele Besucher auf der Kirmes. „Der Tag des Feuerwerks ist immer der bestbesuchte Tag“, so Thomas König. Doch in diesem Jahr wurden die Besucherzahlen noch übertroffen. Als Grund sahen die Veranstalter wieder das Wetter. „Viele hatten den Kirmesbesuch vor sich hergeschoben, das Wetter am Freitag war das beste der ganzen Woche“, sagte König.

Durch den Besucheransturm kam es auf dem Kirmesgelände zeitweilig zu starkem Gedränge im Bereich vor der Alpina-Bahn. „Zwei gegenläufige Besucherströme prallten um etwa 23.30 Uhr aufeinander“, so König. Dann ging nichts mehr. Zahlreiche Kirmesbesucher sprachen davon, dass sie Angst vor einer Massenpanik hatten. Mehr als 30 Minuten habe man weder vor noch zurückgehen können.

„Unsere Sicherheitskräfte haben dann eine Menschenkette gebildet, um zu verhindern, dass immer mehr Menschen in den verstopften Bereich drängen. Die zuströmenden Besucher wurden zur Entlastung in die Fluchtgassen abgeleitet“, erklärte der Kirmesarchitekt. „Unser Sicherheitskonzept hat funktioniert." Nach kurzer Zeit habe sich die Menschenmenge an der Stelle wieder aufgelöst.

Fahrgeschäfte, Speisen, Zelte

Das Wetter führte zu einem gespaltenen Fazit der Aussteller. Viele Fahrgeschäfte im Freien klagen über stark rückläufige Fahrgastzahlen wegen des Wetters. Guten Zulauf hatten dagegen die Kirmesneuheiten „Fünfer-Looping“ und die Riesenschaukel Konga, sagte König. Die Zeltbetreiber spürten jedoch, dass viele Besucher wegen Temperaturen von teilweise nur zehn Grad lieber im Warmen ihr Bier tranken. Auch der Absatz warmer Getränke habe zugelegt, sagt Inden.

Feuerwehr

„Für uns war das eine eher ruhige Kirmes“, sagte Thomas Hussmann, Kirmesbeauftragter der Feuerwehr. 725 Mal habe medizinische Hilfe geleistet werden müssen. 105 Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht – oft wegen zu viel Alkohol. Das seien durchschnittliche Werte.

Polizei

Überschattet wurde der Kirmesstart vom Brand der Losbude Glückskönig. „Wegen des Verdachts auf Brandstiftung untersucht das Landeskriminalamt nun die Spuren“, sagte Polizeisprecher Markus Niesczery. Nachdem am ersten Kirmeswochenende ein Vierjähriger aus einem Kettenkarussell gestürzt war, wird nun wegen möglicher fahrlässiger Körperverletzung gegen den Vater des Kindes und gegen den Betreiber des Fahrgeschäftes ermittelt.

Die weitere Kirmes-Bilanz: 420 Autos mussten im Bereich Oberkassel abgeschleppt werden, 2500 Verwarnungsgelder wurden verhängt, 15 Taschen wurden auf der Kirmes gestohlen, im Vorjahr waren es 20. Bei 47 Personen wurde ein Platzverweis verhängt.



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