St. Sebastianus-Schützen: Karl-Heinz Schlepphorst ist der neue König
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 21.07.2009 - 20:09Düsseldorf (RPO). Ein bisschen verdutzt war er zunächst schon. „Und im ersten Moment habe ich überhaupt nichts gedacht“, sagt Karl-Heinz Schlepphorst wenige Minuten nach dem Schuss. Das 59-jährige Mitglied der Kronprinz-Wilhelm-Kompanie ist neuer König des St. Sebastianus Schützenvereins von 1316. Er ist Bankkaufmann von Beruf und leitet zurzeit noch die Filiale in Rath - „und demnächst in Gerresheim“, wie er betont.
Um 18.50 Uhr fällt der Siegesschuss. Dabei ist das Ganze leicht beschleunigt worden, hat der Schießmeister doch die Platte ein wenig lockern lassen. „Der Schuss war relativ einfach“, sagt Schlepphorst, denn sein Vorgänger am Schießstand sei ein guter Wegbereiter gewesen und habe fast die halbe Platte geputzt. Der gute Schütze, Helmut Schöttler, ist ebenfalls Mitglied der Kronprinz-Wilhelm-Kompanie, die zum ersten Mal seit 1961 wieder einen Schützenkönig stellt. Kein Wunder, dass der Jubel bei den 45 Kameraden der Gesellschaft besonders groß ist.
König wollte Schlepphorst schon seit längerem werden, „denn der Versuch ist nicht strafbar“, meint er schmunzelnd. „Und mit 59 Jahren hat man eine gewisse Gelassenheit.“ Der gebürtige Düsseldorfer, der heute im Ratinger Grachtenviertel lebt, ist dem Brauchtum von Kind an verbunden. Schon mit acht Jahren kam er in den Verein, seit 47 Jahren ist er Mitglied der Gesellschaft.
Frau ist Königin
Zur Königin hat der Vater zweier Kinder (Stefan, 21 und Sonja, 24) seine Frau Ellen gewählt. Auch sie ist dem Brauchtum sehr verbunden – dem Winterbrauchtum. Ellen Schlepphorst ist Jugendbeauftragte beim Comitée Düsseldorfer Carneval (CC). „Sie wird eine charmante Königin“, hat Oberst Günther Pannenbecker schon vor der Inthronisierung die künftige Königin gelobt. Und Kleidersorgen wird sie auch nicht haben: „Sie hat genug im Schrank, was passt“, versichert der neue König. Hört man da den Bänker sprechen? „Meine Frau sagt, ich kann nicht mit Geld umgehen“, meint er. Keine Frage, König Karl-Heinz Schlepphorst ist ein Mann mit Humor und ziemlich schlagfertig.
Bisher haben er und seine Frau sich meist aufgeteilt, wenn es um Brauchtumsveranstaltungen ging. „Jetzt muss meine Frau auf die ein oder andere Karnevalsveranstaltung verzichten“, sagt er – König sein geht eben vor. Denn auf die neue Majestät (und seine Frau) kommen im Laufe des Jahres rund 100 Termine zu. Ehrenpflichten zuhauf: von Besuchen in Seniorenheimen über Kompaniebälle und Vorstandssitzungen bis zur feierlichen Investitur am Samstag des nächsten Schützenfests 2010.
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