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Positive Bilanz 2006: "Kirmes war eine ganz heiße Kiste"

VON JULIA KRANZ - zuletzt aktualisiert: 23.07.2006 - 18:54

Düsseldorf (dto). „Was sich dieses Jahr auf dem Rummelplatz abgespielt hat, hat unsere Erwartungen noch übertroffen“, sagt Thomas König. Der Kirmesarchitekt ist mit der diesjährigen Kirmes mehr als zufrieden: Rund vier Millionen Besucher zog es auf den Rummel. Damit hat die friedliche Familienveranstaltung einen Rekord erreicht. Die Schausteller konnten ihren Jahresumsatz ausgleichen, die Neuheiten, wie die Wildwasser-Bahnen gehören zu den diesjährigen Gewinnern. Aber auch die Polizei zieht positive Bilanz: Es war die friedlichste Kirmes seit langem.

Hauptsache erfrischend: Die Wildwasserbahnen, hier Wild & Wet, gehören zu den Gewinnern der diesjährigen Kirmes.  Foto: rpo, Julia Kranz
Hauptsache erfrischend: Die Wildwasserbahnen, hier Wild & Wet, gehören zu den Gewinnern der diesjährigen Kirmes. Foto: rpo, Julia Kranz

„Die Kirmes 2006 war eine ganz heiße Kiste“, sagt Kirmesarchitekt Thomas König und spielt damit nicht nur auf die hohen Temperaturen an. Im Vorfeld hatte er sich noch gesorgt, ob die Kirmes bei Hitze bestehen könne. Doch trotz des Ausnahmewetters zog der Rummel einen enormen Besucherstrom an. Nur die Gewohnheiten der Kirmes-Besucher veränderten sich. Nachmittags blieb der Platz zwischen Oberkasseler und Rhein-Knie-Brücke ungewohnt leer, dafür strömten in den Abendstunden umso mehr Freunde des Nervenkitzels und des bunten Treibens auf den Rummelplatz. Die Imbissbuden hatten Probleme, ihre Leckereien tagsüber an die Besucher zu bringen, kompensierten ihre nachmittäglichen Einbußen aber im Abendgeschäft.

Noch vier Mal schlafen, dann ist Kirmes in Kleve. Foto: rpo, Julia Kranz

„Die Schausteller haben mit der Kirmes in Düsseldorf ihre bis dato eher schlechten Zahlen kompensiert“, erklärte König. Nur Geschäfte mit Familienpublikum hätten aufgrund des heißen Wetters etwas gelitten. Fest steht: „Alle Neuheiten sind voll eingeschlagen und zählen zu den Gewinnern der Kirmes“, freut sich der Kirmesarchitekt. Neben dem Füchschen-Zelt zählen vor allem die Wasserbahnen zu den Fahrgeschäften, die ein Rekordergebnis erzielten. So fuhr die Wildwasserbahn, die schon zum achten Mal die Kirmesbesucher auf den Rheinwiesen erfrischt, ihr bestes Ergebnis seitdem ein. Auch ihre kleine Schwester, die Wildwasser-Rafting-Anlage gehörte zu den Publikumslieblingen. „Für die Wild&Wet-Bahn war es ein super Start auf den Rheinwiesen“, weiß König.

Achterbahn-Festival: Der Spinning Racer war 2006 eine von vier Stahlachterbahnen auf der Kirmes. Foto: rpo, Julia Kranz

Neben dem Besucherrekord war die diesjährige Kirmes auch besonders ruhig und friedlich. So zog die Polizei, die täglich mit über 100 Beamten im Einsatz war, ein positives Fazit. Die Zahl der Taschendiebstähle verringerte sich auf 14, 2004 wurden noch 44 vermisste Taschen beklagt. Zwei Fahrräder wurden auf der Kirmes gestohlen. „Ein historisch niedriges Niveau an Vorkommnissen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr verzeichnete 112 Fälle von Kreislaufkollapsen und zählte 70 Personen, die wegen eines Wespenstichs behandelt werden mussten. Sieben Personen bekam die Karussellfahrt nicht, sie erlitten ein Schleudertrauma. Das Gros der Verletzungen war wetterbedingt. 100 Menschen, Sandalen und Flip-Flops tragend, verletzten ihre Füße an Glasscheiben. Dennoch: die Zahlen der Verletzten waren geringer als im Vorjahr.

Leicht gestiegen ist indes die Zahl der falsch geparkten Fahrzeuge. Inklusive Kirmessonntag rechnet die Feuerwehr mit insgesamt 420 Wagen, die abgeschleppt werden mussten. Damit sind es etwas mehr Autos als im Vorjahr. Rund dreiviertel der Besucher kamen per Bahn zur Kirmes. Viele Zuschauer zog auch das traditionelle Feuerwerk am Kirmes-Freitag, das dieses Jahr drei Minuten kürzer ausfiel, nach dem Spektakel auf die Oberkasseler Rheinwiesen. „Die Kirmes stand, da ging nichts mehr“, erinnert sich König.

„Mehr Zuschauer kamen auch zum Umzug der Schützen durch die Düsseldorfer Altstadt“, sagt Lothar Inden von den Sankt Sebastianern. Bemerkenswert für den Verein: Seit 400 Jahren haben die Schützen mit Petra Arnold zum ersten Mal eine Schützenkönigin. „Ein weibliches Wesen hat sich erlaubt, den Vogel herunterzuholen“, scherzte Inden und ist sich sicher: „Das wird es in der Zukunft wohl jetzt öfter geben.“

Der Fakt, dass die Kirmes 2006 einen Besucherrekord erreicht hat, lässt Kirmesarchitekt König gut gelaunt in die Zukunft blicken: „Die Kirmes ist nicht tot, sie lebt, und das stärker als zuvor.“


 
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