Adrenalin und Altbier: Riesenparty am Rhein
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 05.07.2007 - 12:49„Ein Jahr nach der WM geht die Party weiter“, verkündet Kirmesarchitekt Thomas König kurz vor Beginn der großen Kirmes. Am 14. Juli ist es wieder soweit. Auf den Oberkasseler Rheinwiesen präsentieren rund 330 Schausteller Riesenrad, Wildwasserbahn, Karussells und Achterbahnen. Neun Tage lang feiern Millionen Besucher in mehreren Festzelten, genießen neben traditionellem Altbier die „besten gebratenen Mandeln der Welt“.
Die Kirmesmacher haben sich einige Neuheiten ausgedacht. Zum Beispiel den „Höllenblitz“, die größte Indoor-Achterbahn Europas. Drei Züge mit je elf Gondeln rasen mit 90 Stundenkilometern die Gleise entlang. „Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgen herabfallende Fledermäuse“, erklärt König. Kirmesbesucher können sich das Spektakel auf einer LED-Leinwand von außen ansehen. Eher für Nostalgiker gedacht ist der Star Flyer, ein Kettenkarussell, das sich in schwindelerregende 43 Meter Höhe schraubt. Passagiere des Sky Glider können ihre Fahrt in luftigen zwölf Metern z.B. per Pedaldruck selber steuern.
Auch für die Partyfreunde hat die Kirmes neue Attraktionen zu bieten. Frankenheim baut eine Strandbar auf – Monkey’s Island lässt grüßen. Karnevalskünstler Jacques Tilly hat die Fassade des Schlüssel-Zeltes neu gestaltet und auch Diebels ist in schöner Einigkeit mit den Brauereikollegen mit einem nagelneuen Zelt dabei. Während die Schausteller ihre Preise nicht erhöhen wollen, ist allerdings noch unklar, wie teuer der Biergenuss in diesem Jahr wird.
Schützen leicht verärgert
Einzig die Schützen zeigen sich kurz vor Beginn des großen Festes ein wenig verstimmt. Sie stört, dass das Frankreichfest parallel zu den großen Aufmärschen am ersten Kirmeswochenende stattfindet. „Für uns ist es das größte Fest und der Schützenzug wird immer wieder geschmälert“, beklagt Günther Pannenbecker vom St. Sebastianus Schützenverein 1316. Dass die Veranstaltungen auf einen Zeitpunkt fallen, ist allerdings nicht das erste Mal. „Im vergangenen Jahr konnten wir feststellen, dass sich Kirmes und Frankreichfest gegenseitig befruchtet haben“, so Marco Lippert von der Düsseldorf Marketing GmbH.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter mitspielt und Kirmesgäste von nah und fern eine friedliche Party feiern. Im vergangenen Jahr gelang dies. Nur neun Körperverletzungen hatte die Polizei zu beklagen, bei rund vier Millionen Besuchern ein Minusrekord. 110 Beamte und die Reiterstaffel wollen auch in diesem Jahr für eine positive Bilanz sorgen.
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