Der nicht ganz repräsentative Würstchentest: Rumgewurstet auf der Kirmes
zuletzt aktualisiert: 22.07.2004 - 08:32Es gibt Menschen die müssen auf der Kirmes Riesenrad fahren, andere lieben die Zuckerwatte, und es gibt welche, die können nicht anders, die brauchen ein Würstchen. Zu letzteren gehören Schlösser-Chef André Vazart und Dirk Fröhlich vom gleichnamigen Party-Service. Also mussten sie beim Würstchen-Test auf den Rheinwiesen mitmachen.
An fast jeder Ecke steht dort eine Würstchen-Bude. Und wie gut sind die Würste? Die RP wollte es wissen und unternahm den ultimativen Test. Na, sagen wir fast. RP-Redakteurin Birgit Wanninger und Kirmesarchitekt Thomas König suchten die Wurst-Stände mit dem besten Ruf aus. Das waren sieben, die in Frage kamen. Um es vorwegzunehmen, es gab einen klaren Sieger: Meuter aus Mönchengladbach, klein aber fein. Und zwar einstimmig gewählt vom Test-Team, zu dem noch Karl-Friedrich Kirchhoff, Jochen Scharf und Inge Bruch gehörten.
Probiert wurden (mit einer Ausnahme) Thüringer Bratwürste. Kirmes-Lady Inge Bruch kam an Testbude drei dazu, die direkt gegenüber von ihrem Fahrgeschäft - dem Eurostar - liegt.
Doch schon der erste Geschmackstest fiel nicht so gut aus. Bei Trumpf war die Wurst angebrannt und schrumpelig, das Brötchen pappig und alt, der Service lustlos. Also weiter zur Firma Uhse. Der Geschmack war wundervoll, die Präsentation erste Sahne. Fröhlich, gelernter Metzger: „Das sieht toll aus, sehr liebevoll.“ „Hmm, lecker“, meinte Vazart, während Scharf die Wurst zu fettig war. Kritik bei allen Testern. Ein Mülleimer war nicht in der Nähe. Da es sich aber um eine bayrische (nur die im Angebot) und nicht um eine Thüringer Wurst handelte, fiel sie aus der Bewertung später raus. Vorbildliche Entsorgung bei Buchholz, direkt neben dem Schlösser-Zelt. Da war der Chef, der übrigens stilecht seine Schützen-Uniform trug, mal eben schnell verschwunden. Zurück kam er mit einer Palette Alt. „Die Wurst muss schwimmen“. Kirmes-Profi König fand den Senf gut, eine sehr diplomatische Antwort. Die Präsentation auf dem Grill gefiel eigentlich so recht keinem.
Voll des Lobes dann bei Meuter, kurz vor der Wildwasserbahn. Lecker, knackig, einfach prima. Und die Brötchen frisch vom Rad. „Optisch picobello“, so Dirk Fröhlich vom Party-Service. Und schöne Abfalleimer, so Karl-Friedrich Kirchhoff anerkennend.
Konkurrenz zum Gladbacher Unternehmen war gleich vis à vis, ebenfalls in der Nähe der Wasserrutsche, die Firma Lemoine. Die Würste aufgereiht wie die Orgel, geschmacklich, da waren sich alle einig, fast genauso gut wie Meuter. Aber lieblos im Brötchen serviert. Das gab Punkteabzug. Pluspunkte für den Gesamteindruck forderte Inge Bruch. „Die müssen doch viel mehr sauber machen als Meuter!“ Akzeptiert.
Berühmt für seine Würste ist Kebben. König war die Wurst zu salzig, Vazart schmeckte das Brötchen nicht. Hier herrschte Hektik, „aber es ist professionell“, lobte Bruch, bevor es weiter zu Lohmann kurz vor der Schwarzwaldchristel ging. „Gegrillte Bockwurst, zu viel Wasser, schmeckt nach Glutamat“, lauteten die kritischen Kommentare. Allerdings schmeckten den Testern die mit Curry-Sauce. „Damit kann man jeden Mangel übertünchen“, sagte Jochen Scharf und die anderen nickten.
Nach so vielen Würsten und Brötchen, pur und mit Senf, musste etwas für die Verdauung getan werden. Gut, dass ein Killepitsch-Stand in der Nähe war. Das Angebot von Inge Bruch, zum krönenden Abschluss mit dem Eurostar zu fahren, wurde mehrheitlich abgelehnt.
VON BIRGIT WANNINGER
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