Rummel soll Aushängeschild werden: Werbeoffensive für die Kirmes
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 - 07:49Düsseldorf (RPO). Düsseldorf Marketing Tourismus will den Rummel zum Aushängeschild der Stadt machen: Sie kurbelt den Bustourismus an, wirbt um Besucher aus aller Welt. Die Kirmes könnte zur zweitgrößten Deutschlands werden.
4,2 Millionen Menschen pilgerten im vergangenen Jahr zur "Größten Kirmes am Rhein". Der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH (DMT) reicht das noch nicht. Sie will in den nächsten acht bis zehn Jahren auf die Kirmes als Werbeträger und Marke für die Landeshauptstadt setzen. "Wir werden einen sechsstelligen Betrag investieren, um die Kirmes auch im Ausland bekannter zu machen", sagte DMT-Geschäftsführerin Eva-Maria Illigen-Günther.
Mit Millionen Flyern und Werbeanzeigen will die DMT für mehr Touristen werben, die im Zuge eines Düsseldorf-Trips auch den Rummel auf der Oberkasseler Rheinwiese besuchen. Noch befindet sich die Düsseldorfer Kirmes mit 4,2 Millionen Besuchern (2008) in direkter Nachbarschaft zur Cannstatter Wasen in Stuttgart (4,2 Millionen) und der Cranger Kirmes in Wanne-Eickel (4,5 Millionen).
"Wenn wir die Vermarktung intensivieren, wollen wir natürlich möglichst auch die Besucherzahlen erhöhen", sagte Illigen-Günther gestern. Das hieße: Die Düsseldorfer Kirmes könnte sich bei den Gesamtbesucherzahlen hinter dem einsamen Spitzenreiter aus München, dem Oktoberfest (6,5 Millionen) als Nummer zwei in Deutschland etablieren.
150 Millionen Euro in neun Tagen
Schon jetzt ist die Kirmes am Rheinufer ein großer Wirtschaftsfaktor. Rund 150 Millionen Euro werden an den neun Kirmestagen ausgegeben, haben die stets optimistisch gestimmten Düsseldorf-Vermarkter der DMT im vergangenen Jahr geschätzt. Der Deutsche Schausteller-Bund hatte ausgerechnet, dass jeder Kirmesbesucher im Schnitt 25 Euro ausgibt. Macht bei vier Millionen Kirmes-Fans 100 Millionen Euro Umsatz. Nach den Erkenntnissen des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr kommen für Handel und Gastronomie noch einmal 50 Millionen dazu.
Das könnte durchaus zu steigern sein, schätzt Illigen-Günther. Busunternehmer können sich online anmelden und dabei direkt einen Parkplatz reservieren, um ihre Gäste zur Kirmes zu bringen. Wie beim Weihnachts-Shopping, bei dem in der Vorweihnachtszeit tausende Busse die Touristen nach Düsseldorf bringen, soll die Kirmes nun der Anlass für eine Reise an den Rhein werden. Dabei spekuliert man auf das europäische Ausland, vor allem Gäste aus den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich.
Die Werbebroschüren sind deshalb in vier Sprachen gedruckt. In Übersee hofft man auf Gäste aus den USA, zumal das Schützenwesen mit Umzügen und der hervorragenden Organisation der Düsseldorfer Kirmes gerade in Amerika sehr beliebt seien. So will die DMT die 40 Millionen Tagesgäste (2008) und 3,9 Millionen Touristen, die mindestens eine Nacht in der Stadt übernachten, steigern.
Der St. Sebastianus Schützenverein 1316 veranstaltet den neuntägigen Rummel. Schützenchef Lothar Inden freut sich über die Unterstützung durch die DMT. Dass aber mit einer möglichen Verlängerung des Rummels am Rhein um ein oder zwei Tage die Kirmes noch zulegen könnte, glaubt er weniger. 1988 hatte die Kirmes 14 Tage gedauert. "Mehr Besucher sind aber nicht gekommen." Sollten die Maßnahmen der DMT greifen, könnte man ja in zwei, drei Jahren noch einmal darüber nachdenken.
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