Mütter in Not: Kita-Plätze dringend gesucht
VON JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 22.09.2010 - 08:08Düsseldorf (RPO). Obwohl der Bedarf nach Betreuungsplätzen in Düsseldorf besser gedeckt ist als in den meisten anderen Städten, suchen viele Eltern vergeblich einen Kita-Platz. Einer geplanten Kita in Oberbilk droht jetzt noch vor der Eröffnung das Aus. Davon ist auch Drillingsmutter Mareike Siebert betroffen.
Die steigende Geburtenrate in Düsseldorf gibt Anlass zur Freude – für viele Eltern, die bereits Kinder in der Landeshauptstadt haben, ist sie aber auch Grund zur Sorge. Denn obwohl in Düsseldorf so viele Betreuungsplätze für unter Dreijährige angeboten werden wie in kaum einer anderen Stadt in Nordrhein-Westfalen, gilt für Eltern, die nach Ablauf der Elternzeit ihre Arbeit wieder aufnehmen möchten: Die Suche nach einem Betreuungsplatz ist nach wie vor schwierig.
Besonders problematisch ist es für die Mutter von Jule, Hannah und Ole. Mareike Siebert* möchte in anderthalb Monaten wieder arbeiten. Dann sind ihre Kinder ein Jahr alt – es sind Drillinge. Einen Platz in einer Kita zu bekommen, scheint für die Mutter aber unmöglich. "Die Plätze für unter Dreijährige sind begrenzt", sagt Siebert, "und je mehr Plätze man gleichzeitig haben möchte, desto schwieriger wird es."
"Kita hat tollen Außenbereich"
Manches Mal erfuhr sie im Gespräch bei einer Kita, dass sogar zum Ende des Kita-Jahres, als die Schulkinder die Einrichtung verlassen haben, insgesamt nur drei bis vier Plätze frei wurden. Natürlich wurden diese Plätze nicht alle an eine einzige Mutter vergeben.
Am liebsten hätte Siebert Plätze in der Kita, in der bereits der große Bruder der Drillinge, Paul, untergebracht ist: dem "Kleinen Elefanten" an der Oststraße. "Dort gefällt es uns sehr gut, die Kita hat einen tollen Außenbereich und wir sind mit dem Träger sehr zufrieden", erzählt Siebert. Leider wurden auch in dieser Einrichtung zu Beginn des neuen Kita-Jahres nicht genug Plätze frei, um alle Siebert-Kinder unterzubringen.
Die Mutter macht sich mittlerweile Sorgen darüber, ob sie überhaupt bald wieder arbeiten gehen kann. "Wenn ich nichts finde, muss ich eventuell weiter zu Hause bleiben oder eine Kinderfrau bezahlen", sagt sie. "Ich hoffe, dass sich die Arbeit dann überhaupt noch lohnt", sagt Siebert.
Der Träger des "Kleinen Elefanten", der Verein "Kinder, Kinder" wollte auf die steigende Nachfrage in Düsseldorf reagieren und hat eine neue Kita am Oberbilker Markt geplant. Im Januar sollte die Eröffnung sein. Doch das Projekt ist jetzt gefährdet.
Wie viele andere Maßnahmen zum Ausbau der U3-Betreuung hängt es von den Investitionszuschüssen des Landes NRW ab – und ist jetzt, weil diese Zuschüsse zunächst nur noch an Härtefälle ausgezahlt werden, nicht mehr sicher finanziert. "Für uns relativ kleine Institution ist es schwierig, ein solches Projekt vorzufinanzieren", erklärt Geschäftsführer Hans-Georg Schütz. Sollte das Projekt tatsächlich nicht realisiert werden, wäre das für zahlreiche Eltern eine Enttäuschung.
Denn die neue Kita sollte schon zum Januar an den Start gehen, viele Kinder waren bereits angemeldet. "Ich suche möglichst schnell einen Platz für meine Tochter, weil ich im März wieder arbeiten möchte", erklärt Claire Stommel aus Urdenbach. Die Grafikdesignerin möchte nach zwei Jahren zurück in ihren Job, die dann zweijährige Tochter Maya soll ab März in die Kita gehen. Auf der Suche nach einem anderen Kita-Platz hatte Stommel bisher keinen Erfolg: "Wir haben uns in fünf Einrichtungen angemeldet und keinen Platz bekommen", erzählt Stommel.
Auch Verena Vössing hofft auf die neue Kita in Oberbilk. "Ich möchte im nächsten Jahr wieder arbeiten gehen, dafür müssen wir aber dringend einen Platz für meine Tochter und einen für meinen Sohn finden." Weil sie unsicher ist, ob es mit der neuen Kita klappen wird, hat sie sich bereits nach anderen Möglichkeiten erkundigt. "Aber die Plätze in privaten Kitas kosten mehrere hundert Euro im Monat."
*Name von der Redaktion geändert
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