Düsseldorf: Kitas: Betreuungslücke droht
VON JAN WIEFELS - zuletzt aktualisiert: 21.04.2010 - 08:07Düsseldorf (RPO). Eltern, deren Kinder dieses Jahr eingeschult werden, stehen vor einem Problem: Die Kita-Verträge laufen Ende Juli aus, die Schule beginnt wegen der späten Ferien aber erst einen Monat später. Gestern stellte die Stadt ihre Pläne vor.
Viele Eltern mit Kindern, die im Sommer eingeschult werden, müssen sich in diesen Tagen mit der Frage auseinandersetzen, wie die Betreuung in den Wochen vor dem Schulbeginn geregelt werden soll.
Der Grund: Die Verträge für Kindertagesstätten enden in der Regel am 31. Juli. Der erste Schultag allerdings ist erst am 30. August. Bleibt ein Zeitraum von einem Monat, in dem es keine Betreuung gibt.
Wie aus der Antwort auf eine Anfrage der Ratsfraktion der Grünen-Politiker Angela Hebeler und Jens Petring im Jugendhilfeausschuss hervorging, sieht die Verwaltung vier Lösungswege vor, um diese Zeit zu überbrücken.
So sollen Kinder, die einen Betreuungsplatz in der Offenen Ganztagsschule erhalten, bereits ab 1. August betreut werden. Eltern müssen in diesem Fall rechtzeitig Bedarf anmelden. Kinder ohne Ganztagsplatz können ein Angebot der Düsselferien wahrnehmen.
Die Teilnahme an den zwei- oder dreiwöchigen Freizeiten kann in den Kindertagesstätten angemeldet werden. Sollte es darüber hinaus zu Engpässen kommen, wird Eltern empfohlen, sich an den i-Punkt Familie zur Beratung zu wenden. In besonders dringenden Fällen sollen Kitas gebeten werden, drei bis vier zusätzlich Kinder aufzunehmen.
Angebote und Hilfe
Die Düsselferien sind ein Ferienprogramm des Jugendamtes in Zusammenarbeit mit freien Trägern der Jugendhilfe. Dabei werden Kinder von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr betreut. Die Teilnahme kostet 30 Euro pro Woche, Familien mit geringem Einkommn zahlen mit Düsseldpass 17 Euro.
Telefon 8998870.
www.duesseldorf.de/jugendamt/evt/deferien
Der i-Punkt Familie ist ine zentrale Informastionsplattform für Fragen rund um die Kinderbetreuung in Düsseldorf.
Telefon 8998870.
Während die Lösung von der CDU und FDP sowie von Seiten der Stadt gelobt wurde, gab es kritischere Stimmen aus den Reihen von Grünen, SPD und Linke. "Es ist sicher nicht optimal. Wir müssen aber zunächst abwarten und für das nächste Jahr die richtigen Schlüsse daraus ziehen", meint Jens Petring von den Grünen.
SPD-Politiker Anderas Tussing bemängelte, dass die Düsselferien aufgrund der Altersbeschränkung nur für Kinder ab sechs Jahren eine Alternative seien. Zudem regte er an, auf Landesebene das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) mit den Betreuungsverträgen abzustimmen.
Florian Tussing, CDU, lobte das Vorgehen der Verwaltung. "Dennoch sollte im kommenden Jahr früher darüber informiert werden."
Positiv auch die Reaktionen von Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) sowie Jugenddezernent Burkhard Hintzsche. "Dies ist kein Notprogramm," sagte er. Besonders im landesweiten Vergleich werde die Qualität der Düsseldorfer Vorschläge deutlich.
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