Vier Zusatz-Notdienste: Kitas dicht: Eltern betreuen mit
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 - 08:23Düsseldorf (RPO). Seit Montag gibt es vier zusätzliche Notdienste, in denen Eltern und Erzieherinnen gemeinsam auf die Kita-Kinder aufpassen. Fragen und Antworten rund um den Streik und die Betreuungssituation hat die RP zusammengestellt.
Mütter. und Kinder samt kleinen Geschwisterchen sitzen am Tisch und spielen Memory. Dazu trinken die Erwachsenen Kaffee und essen süße Teilchen. Es hat ein bisschen etwas von gemütlichem Nachmittagstreff – doch die Zusammenkunft ist nicht in irgendeinem heimischen Wohnzimmer, sondern in der Kita Emil-Barth-Straße. Dort haben sich sechs Eltern mit einer Erzieherin zusammengetan, um einen neuen Notdienst anzubieten. Immer dann, wenn bei den Erzieherinnen wieder Streiktag ist.
"Wir stehen hinter den Erzieherinnen, aber auch hinter den berufstätigen Eltern, die inzwischen große Probleme mit ihren Arbeitgebern haben", erklärt Andrea Hölscher, Elternratvorsitzende der Kita Emil-Barth-Straße. So hatte sie vorige Woche bei der Eltern-Demo vor dem Rathaus auch die Initiative ergriffen und das Gespräch mit Sozialdezernent Burkhard Hintzsche gesucht. Er sicherte zu, neue Notdienstgruppen zu ermöglichen, bei denen Eltern und Erzieherinnen gemeinsam Kinder betreuen können. Seit Anfang der Woche werden vier dieser zusätzlichen Eltern-Erzieherinnen-Gruppen angeboten. Neben der Emil-Barth-Straße sind es die Kitas am Werstener Feld, an der Oberkasseler Straße sowie an der Stahlwerkstraße.
Fragen und Antworten zum Kita-Streik und der Betreuungssituation im Überblick:
Wer streikt, und wie viele Streikende sind es im Schnitt?
Im Schnitt sind 450 bis 500 Erzieherinnen und Beschäftigte aus den Sozial- sowie Erziehungsdiensten pro Streiktag beteiligt.
Wo wird gestreikt?
Je nach dem, wo das Streiklokal eingerichtet ist, versammeln sich die Verdi-Gewerkschaftsmitglieder im Kolpinghaus, Bilker Straße, oder am DGB-Haus, Friedrich-Ebert-Straße. Alle, die sich im Streik befinden, müssen sich dort einfinden. Kundgebungen oder Demos besuchen die Streikenden ebenfalls gemeinsam.
Bekommen Eltern ihr Kitageld zurück?
Laut Angaben der Stadt nicht. Die Begründung: Mieten für die Kitas sowie das Gehalt der Erzieherinnen müssten trotz des Streiks weiter gezahlt werden. Erstattet wird hingegen das Verpflegungsgeld. Die Pauschale für den Mittagstisch beträgt monatlich 58 Euro, je Streiktag sollen drei Euro pro Kind zurückgezahlt werden.
Wie sieht die Notversorgung aus?
Insgesamt sind in Düsseldorf rund 2600 Kinder in 106 Kitas vom Streik betroffen. Der städtische i-Punkt Familie bietet inzwischen für 166 Kinder Notplätze an. Auskunft zu allen Hilfsangeboten gibt es unter Telefon 8998870.
Wie ist der Verhandlungsstand?
Auch am 16. Streiktag wurden die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und dem Verband der kommunalen Arbeitgeber weitergeführt. Gestern gab es ein Sondier-ungsgespräch – in Fulda tagte die Tarifkommission. Die aktuellen Ergebnisse dieser Runde lagen bis Redaktionsschluss nicht vor. Mit weiteren Streiks ist vorerst zu rechnen.
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