Wunsch von Eltern, Politikern und Verwaltung: Kitas sollen samstags öffnen
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 20.08.2008Düsseldorf (RPO). Eltern, Politiker und Verwaltung – alle wollen, dass die Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen verlängert werden. Die nächste Elternbefragung läuft im September in allen Düsseldorfer Kitas.
Die 308 Kindertagesstätten in der Stadt werden wohl schon bald auch samstags öffnen. Jugendamtsleiter Johannes Horn hatte den Vorschlag vor einigen Wochen gemacht, nun haben die zuständigen Politiker signalisiert, dass sie den Vorstoß unterstützen, um vor allem berufstätigen Frauen entgegen zu kommen. Außerdem sollen die Kitas an Wochentagen für zehn Stunden öffnen statt wie bisher für neun.
„Ich halte es für notwendig, dass wir jetzt schnell eine Einrichtung pro Stadtbezirk haben, die samstags geöffnet ist“, sagte Hildegard Kempkes (CDU) aus dem Jugendhilfe-Ausschuss gestern: Zustimmung von allen Fraktionen. Nach den ersten Vorreitern sollen weitere Kitas nach und nach folgen. Es ist wahrscheinlich, dass die neuen Familienzentren zu den Pilothäusern zählen. Wenn es nach dem Willen der CDU geht, sollen sie zudem je fünf feste Mitarbeiter für die Kleinkinder-Sprachförderung erhalten.
Dass es den Bedarf für die erweiterten Öffnungszeiten überhaupt gibt, hatte Sozialdezernent Burkhard Hintzsche bei einer Elternbefragung vor zwei Jahren erfahren. Die Verwaltung hatte erstmals in allen Kitas, nicht nur in den städtischen, gefragt, und die Hälfte aller Eltern hat geantwortet. Von ihnen waren wiederum 90 Prozent der Meinung, dass die Kita zehn statt wie bisher neun Stunden geöffnet haben sollte – und zehn Prozent der Einrichtungen sind dem Wunsch auch schon nachgekommen. Außerdem ging es um Ferien und Brückentage.
90 Prozent der Eltern wünschen sich, dass ihre Kita in den Osterferien zwei Wochen offen ist und in den Sommerferien vier Wochen. Mehr als die Hälfte legt Wert darauf, dass Brückentage Kitatage sind.
Der Samstag wurde 2006 auch schon abgefragt und brachte damals: Die Eltern, die eine längere Öffnungszeit an Wochentagen wollen, möchten auch den Samstag nutzen. Und: Eine neue, freiwillige Befragung ist auf dem Weg in die Kitas. Vom 8. bis zum 26. September liegen die Fragebögen in allen Einrichtungen aus. Sie erfassen sowohl den Ist-Zustand als auch die Wünsche bei der Betreuung und eben auch den Samstag.
„Wir wissen, dass ein offener Samstag vielen Familien entgegen käme“, sagt Jörg-Thomas Alvermann, Vorsitzender des Stadtelternrats, „und wir unterstützen die Pläne in einer Zeit, in der schon die Supermärkte bis 22 Uhr geöffnet haben.“ Allerdings dürfe die Qualität der Betreuung nicht leiden. Der Stadtelternrat macht sich Sorgen, weil die Familiengruppen, in denen auch Kinder unter drei Jahren sind, zu groß seien. „Wir wollen keine Beitragsfreiheit, wenn das bedeutet, dass die Güte der Betreuung weiter leidet“, so Alvermann.
Zum August sind neue Beitragssätze in Kraft getreten, nach denen etwa die Hälfte der Kinder beitrags-befreit ist. Die OB-Kandidaten Dirk Elbers und Karin Kortmann haben beide versichert, dass die Kita-Beiträge in 2009 abgeschafft werden.
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